Als sie auf das Feld hinausgekommen war, empfand Darja Aleksandrowna ein angenehmes Gefühl der Erleichterung, und sie wollte soeben ihre Leute fragen, wie es ihnen bei Wronskiy gefallen habe, als plötzlich Philipp der Kutscher selbst anfing:

„Sind die reich, so reich, und doch haben sie im ganzen nur drei Maß Hafer gegeben. Bis die Hähne schrieen, hatten sie es rein aufgefressen. Was sind denn drei Maß? Gerade zum Hineinbeißen. Jetzt kostet der Hafer bei den Hofleuten fünfundvierzig Kopeken; während bei uns den Reisenden soviel gegeben wird, als gefressen wird.“

„Ein geiziger Herr,“ bestätigte der Comptoirdiener.

„Nun, aber seine Pferde haben dir gefallen?“ frug Dolly.

„Seine Pferde, das ist richtig. Das Essen ist ja auch gut. Aber mir schien es so langweilig, Darja Aleksandrowna, ich weiß nicht, wie es Euch gegangen ist,“ sagte er, ihr sein rotes, gutmütiges Gesicht zuwendend.

„Mir ging es auch so. Werden wir denn bis zum Abend ankommen?“

„Wir müssen.“

Nachdem Darja Aleksandrowna heimgekommen war, und alles vollkommen wohlbehalten und besonders herzlich gefunden hatte, erzählte sie mit großer Lebhaftigkeit von ihrer Reise, wie man sie so gut aufgenommen habe, von der Pracht und dem guten Geschmack der Lebensweise der Wronskiy, sowie von ihren Zerstreuungen, und ließ niemand über sie zu Worte kommen.

„Man muß Anna und Wronskiy kennen — ich habe ihn jetzt besser kennen gelernt — um erkennen zu können, wie liebenswürdig sie sind,“ sprach sie, jetzt vollkommen aufrichtig, nachdem sie das dunkle Gefühl von Unzufriedenheit und Mißbehagen vergessen hatte, welches sie dort empfunden.

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