„Auch nicht gut. Fünf Prozent wirft sie ab.“

„Da rechnet Ihr Euch aber noch nicht mit! Ihr seid doch auch etwas wert! Ich kann auch von mir selbst so reden. Während der Zeit, in der ich nicht Landwirtschaft trieb, habe ich im Dienst dreitausend Rubel gehabt. Jetzt arbeite ich mehr, als im Dienst, und habe ebenso wie Ihr, meine fünf Prozent, und damit ist es gut. Meine Arbeit ist dabei noch umsonst.“

„Aber warum thut Ihr es denn, wenn Ihr nur Verlust habt?“

„Nun, man arbeitet eben. Was wollt Ihr sonst? aus Gewohnheit; und man weiß, daß man so muß. Ich will Euch weiter sagen,“ und der Gutsbesitzer stemmte sich mit den Ellbogen auf das Fenster und fuhr fort, „mein Sohn hat keine Lust zur Landwirtschaft; er wird offenbar einmal ein Gelehrter. Niemand wird somit die Sache einmal fortführen, und doch arbeitet man. Jetzt habe ich einen Garten angelegt.“

„Ja, ja,“ sagte Lewin, „das ist völlig richtig. Ich fühle stets, daß in meiner Ökonomie keine rechte Berechnung liegt, man arbeitet aber — man fühlt gleichsam eine Verpflichtung seinem Lande gegenüber.“

„Da will ich Euch noch etwas sagen,“ fuhr der Gutsbesitzer fort. „Mein Nachbar, ein Kaufmann, war bei mir. Wir gingen das Land ab, und den Garten. ‚Nein,‘ sagte er da, ‚Stefan Wasiljewitsch, bei Euch ist alles in Ordnung, aber der Garten ist vernachlässigt.‘ Dabei befindet er sich aber in vollständiger Ordnung. ‚Nach meiner Ansicht, würde ich diese Linden anhauen. Man muß nur bis auf den Saft schlagen. Es sind da ihrer tausend Linden, und jede von ihnen giebt zwei gute Schaffe.‘“

„Für den Erlös daraus müßte er Vieh kaufen oder Land und es den Bauern pachtweise verteilen,“ ergänzte Lewin, welcher offenbar schon mehr als einmal mit ähnlichen Überschlägen zu thun gehabt hatte. „Und er wird sich ein Vermögen begründen, während wir, Ihr und ich, wenn Gott es giebt, nur das unsere zusammenhalten und den Kindern zu hinterlassen streben müssen.“

„Ihr seid verheiratet, wie ich hörte?“ sagte der Gutsbesitzer.

„Ja,“ antwortete Lewin mit Stolz und Genugthuung. „Es ist aber etwas Seltsames,“ fuhr er fort, „wir leben zusammen gerade wie die alten Vestalinnen, und hüten unser Herdfeuer.“

Der Gutsbesitzer lächelte unter seinem weißen Bart.