Man sprach dies mit dem nämlichen Vergnügen, mit welchem man eine junge Frau „Madame“ nennt, mit dem Namen ihres Mannes dazu.

Njewjedowskiy gab sich den Anschein, als lasse ihn das nicht nur gleichgültig, sondern als schätze er diese Titulatur sogar gering, aber es war augenscheinlich, daß er sich glücklich fühlte und sich beherrschen müsse, sein Entzücken nicht auszudrücken, welches zu dieser ungewohnten ungezwungenen Gesellschaft, in der sich alle befanden, nicht gestimmt hätte.

Nach der Tafel wurden mehrere Telegramme an Leute, welche sich für den Verlauf der Wahlen interessierten, abgesandt. Auch Stefan Arkadjewitsch, der sich in heiterster Stimmung befand, sandte an Darja Aleksandrowna ein Telegramm folgenden Inhalts: „Njewjedowskiy mit zwanzig Kugeln gewählt. Ich gratuliere ihm soeben. Teile es weiter mit.“ Er diktierte dasselbe laut und bemerkte dazu: „Man muß ihnen eine Freude machen.“

Als Darja Aleksandrowna die Depesche erhalten hatte, seufzte sie nur über den Rubel, den es gekostet, und erkannte, daß die Sache jetzt wohl bis zum Schluß der Tafel gediehen sein mußte. Sie wußte ja, daß Stefan die Schwäche besaß, am Ende von Banketts „faire jouer le télégraphe“.

Alles war, im Verein mit dem ausgezeichneten Essen und Weinen die nicht von russischen Weinhändlern, sondern direkt von auswärts stammten, sehr vornehm, ungekünstelt und fröhlich gewesen. Ein kleiner Kreis von einigen zwanzig Herren, war von Swijashskiy aus der Mitte der gleichgesinnten, freidenkenden, und zugleich geistreichen und ordnungsliebenden Führer der Jungpartei, ausgewählt worden. Man brachte Toaste aus, auch halbscherzhafte, sowohl auf den neuen Gouvernementsvorsteher, als auf den Gouverneur, auf den Bankdirektor, wie auf „unseren liebenswürdigen Wirt!“ —

Wronskiy war zufrieden. Er hatte nimmermehr einen so angenehmen Ton in der Provinz erwartet.

Gegen das Ende des Essens wurde die Stimmung noch heiterer. Der Gouverneur bat Wronskiy, in das Konzert zu Gunsten der „Brüderschaft“ zu fahren, welches seine Frau veranstaltet habe, die mit ihm bekannt zu werden wünschte.

„Es wird Ball dort sein und man sieht da unsere Schönheiten; in der That bemerkenswert.“

Not in my line,“ antwortete Wronskiy, der diesen Ausdruck liebte, lächelte aber, und versprach doch zu kommen.