Er fuhr dahin, an Katawasoff und die bevorstehende Bekanntschaft mit Metroff denkend.
3.
Lewin war mit seiner Ankunft hier wiederum eng mit seinem ehemaligen Universitätsfreunde, dem Professor Katawasoff in Verkehr getreten, den er seit der Zeit seiner Verheiratung nicht wieder gesehen hatte.
Katawasoff war ihm angenehm durch die Klarheit und Einfachheit seiner Weltanschauung. Lewin glaubte, daß die Klarheit dieser Weltanschauung Katawasoffs aus der Armut von dessen Natur hervorgegangen sei, Katawasoff hingegen meinte, daß die Inkonsequenz in der Denkweise Lewins aus dem Mangel an geistiger Disciplin bei diesem hervorgehe; aber die Klarheit Katawasoffs war Lewin willkommen, und der Überfluß der undisciplinierten Gedanken Lewins war Katawasoff lieb; sie trafen sich gern und debattierten dann.
Lewin las Katawasoff einige Stellen aus seinem Werke vor und sie gefielen diesem. Als gestern Katawasoff Lewin im Kolleg getroffen hatte, hatte er zu ihm gesagt, daß der bekannte Metroff, dessen Abhandlung Lewin so gut gefallen hatte, sich in Moskau befinde, und sehr interessiert sei von dem, was ihm Katawasoff über die Arbeit Lewins mitgeteilt hatte, daß Metroff morgen, um elf Uhr bei ihm, und sehr erfreut sein würde, mit ihm bekannt zu werden.
„Ihr lernt entschieden immer besser aussehen, Verehrtester; es macht einem Freude, Euch zu sehen,“ sagte Katawasoff, Lewin im kleinen Salon entgegentretend. „Ich hörte die Glocke und dachte, nicht möglich, daß er zur rechten Zeit käme — nun, wie steht es mit den Tschernagorzen? Nach der Art des Krieges“ —
„Nun?“ frug Lewin.
Katawasoff teilte ihm in kurzen Worten die letzte Nachricht mit und machte Lewin, in das Kabinett eintretend, mit einem kleinen, feisten Manne von sehr angenehmem Äußern bekannt. Dies war Metroff.
Das Gespräch drehte sich kurze Zeit um Politik, und darum, wie man in den höchsten Sphären Petersburgs die jüngsten Ereignisse betrachte.