„Sie war überhaupt stets von schwacher Gesundheit.“
„Waret Ihr gestern in der Oper?“
„Ja, ich war da.“
„Die Lucca war sehr gut.“
„Ja, sehr gut,“ sagte er und begann, da es ihm ganz gleichgültig war, was man von ihm denken mochte, zu wiederholen, was er hundertmal schon über die Eigentümlichkeit des Talentes der Sängerin gehört hatte. Die Gräfin Bolj stellte sich, als höre sie zu. Als er dann genug geredet hatte, und nun schwieg, begann der Oberst, welcher bis jetzt geschwiegen hatte.
Der Oberst fing gleichfalls an, über die Oper und die Beleuchtung zu sprechen und als er endlich noch von einem vorgeschlagenen folle journée bei Tjurin berichtet hatte, brach er in Gelächter aus, verursachte ein Geräusch, erhob sich und ging. Auch Lewin war aufgestanden, bemerkte aber an dem Gesicht der Gräfin, daß für ihn die Zeit des Gehens noch nicht da sei; noch zwei Minuten fehlten, und so setzte er sich denn wieder. Da er indessen noch immer darüber nachdachte, wie thöricht das alles sei, so fand er auch keinen Stoff zu einem Gespräch und blieb stumm.
„Fahrt Ihr nicht in die öffentliche Sitzung? Man sagt, sie sei sehr interessant,“ begann die Gräfin.
„Nein, ich habe nur meiner belle soeur versprochen, sie dort abzuholen,“ sagte Lewin.
Ein Schweigen trat ein. Die Mutter wechselte nochmals einen Blick mit der Tochter.