„Wie gewöhnlich,“ versetzte er, sogleich mit einem einzigen Blick auf sie erkennend, daß sie in einer ihrer besten Stimmungen sei. Er war an diese Übergänge schon gewöhnt und heute ganz besonders erfreut davon, weil er selbst sich gleichfalls in bester Laune befand.

„Was sehe ich! So ist's recht!“ sagte er, auf die Koffer im Vorzimmer weisend.

„Ja, wir müssen abreisen, und es ist ganz gut, daß wir auf das Dorf wollen. Dich hält doch wohl nichts zurück?“

„Nur eines wünschte ich. Ich komme sogleich wieder, wir wollen dann sprechen, ich möchte mich nur umkleiden. Laß den Thee geben.“

Er begab sich in sein Kabinett.

Es hatte etwas Verletzendes darin gelegen, als er sagte, „so ist's recht“; wie man zu einem Kinde spricht, wenn dieses aufgehört hat launisch zu sein; und noch verletzender war der Gegensatz zwischen dem schuldbewußten Tone bei ihr und dem selbstbewußten bei ihm; auf einen Augenblick empfand sie in sich den aufsteigenden Wunsch nach Kampf; allein indem sie sich selbst bezwang, erstickte sie denselben und begegnete Wronskiy noch immer so heiter.

Nachdem dieser wieder zu ihr gekommen war, erzählte sie ihm, teilweise die zurechtgelegten Worte wiederholend, davon, wie sie den Tag zugebracht hatte, sowie von ihren Plänen zur Abreise.

„Weißt du, es ist über mich fast wie eine Begeisterung gekommen,“ sprach sie, „weshalb sollen wir hier auf die Scheidung warten? Geht das nicht ganz ebenso auf dem Dorfe? Ich kann nicht mehr länger warten, ich will nicht hoffen, nichts hören von der Scheidung. Ich habe beschlossen, daß dies keinen Einfluß mehr auf mein Leben ausüben soll. Bist du auch einverstanden?“

„O ja;“ sagte er, ihr beunruhigt in das erregte Gesicht blickend.

„Was habt Ihr denn dort angegeben? Wer war dabei?“ sagte sie.