Wronskiy nannte die Gäste. Es war ein vorzügliches Essen gegeben worden, eine Bootwettfahrt dazu und alles das war ganz hübsch ausgefallen, aber in Moskau thut man es nicht ohne ein ridicule. Es war auch eine Dame, eine Schwimmlehrerin der Königin von Schweden dabei aufgetreten und hatte ihre Kunst gezeigt.
„Wie? Sie schwamm?“ frug Anna, sich verfinsternd.
„In einem roten costume de natation; sie war alt und häßlich. Aber wann reisen wir?“
„Welch thörichte Phantasie! Schwimmt sie denn in einer ganz besonderen Weise?“ sagte Anna, ohne hierauf zu antworten.
„Durchaus nichts Besonderes war dabei; ich muß sogar sagen, es war ein furchtbarer Unsinn. Aber wann also denkst du zu reisen?“
Anna schüttelte den Kopf, als wünsche sie, einen unangenehmen Gedanken zu verscheuchen.
„Wann wir reisen? Nun, je früher, um so besser. Morgen werden wir noch nicht fertig sein; aber übermorgen.“
„Ja — doch nein, halt. Übermorgen ist Sonntag, da muß ich zu maman,“ sagte Wronskiy, in Verlegenheit geratend, weil er, sofort nachdem er den Namen der Mutter ausgesprochen hatte, ihren starr und argwöhnisch auf sich gerichteten Blick fühlte. Seine Verwirrung bestätigte ihr ihren Verdacht. Sie geriet in Wallung und entfernte sich von ihm. Jetzt war es nicht mehr die Lehrerin der Königin von Schweden, sondern die junge Fürstin Sorokina, welche mit der Gräfin Wronskaja zusammen auf einem Dorfe bei Moskau lebte, die vor Anna auftauchte.
„Du kannst doch morgen zu ihr fahren?“ sprach sie.
„Nein, nein! In der Angelegenheit, in welcher ich zu ihr will — läßt sich ein Kreditschein und das Geld morgen nicht erhalten,“ antwortete er.