„Wenn dem so ist, so werden wir gar nicht reisen.“
„Warum das?“
„Ich werde nicht später abreisen. Entweder Montag oder gar nicht.“
„Aber warum?“ sagte Wronskiy, wie mit Erstaunen. „Das hat doch gar keinen Sinn.“
„Für dich hat es keinen Sinn, weil du mit mir nichts zu thun hast. Du willst mein Leben nicht begreifen. Das einzige, was mich hier interessiert hat — war Hanna. Du sagst, dies sei eine Heuchelei. Du hast erst gestern gesagt — daß ich meine Tochter nicht liebte, sondern mich stellte, als ob ich diese Engländerin liebte — dies wäre unnatürlich. Ich möchte nun wissen, welches Leben hier für mich ein natürliches sein könnte!“
Einen Augenblick kam sie zur Besinnung und erschrak darüber, daß sie ihrem Vorsatz untreu geworden war. Aber obwohl sie wußte, daß sie sich damit verderbe, vermochte sie nicht mehr an sich zu halten; sie mußte ihm zeigen, wie ungerecht er war, sie konnte sich ihm nicht mehr unterordnen.
„Ich habe dies niemals gesagt; ich habe gesagt, daß ich dieser so plötzlichen Liebe nicht nachfühlen könnte.“
„Warum sprichst du, der mit seiner Offenheit prahlt, nicht die Wahrheit?“
„Ich prahle nie und spreche nie die Unwahrheit,“ sprach er ruhig, den in ihm aufsteigenden Groll niederhaltend, „es ist sehr bedauerlich, wenn du mich nicht achtest“ —