„Und Helsingfors?“ frug Wronskiy, sich in die Unterhaltung mischend und Anna, welche lächelte, anblickend. Seinem Blick begegnend, nahm das Antlitz Annas plötzlich einen kalten, strengen Ausdruck an, als wollte sie ihm sagen, „es ist nichts vergessen; es ist noch beim Alten.“

„Aber Ihr seid doch gewiß einmal verliebt gewesen?“ wandte sie sich zu Jaschwin.

„O Gott, wie oft. Aber — merkt wohl auf, es kann sich einer zum Spiel setzen, um stets dann davon aufzustehen, sobald die Zeit des Rendezvous kommt — ich kann mich zwar auch mit der Liebe beschäftigen, doch immer nur so, daß ich abends die Partie nicht versäume. So halte ich es.“

„Darnach frage ich nicht; sondern nach dem, um was es sich jetzt handelt;“ sie wollte sagen „Helsingfors,“ das Wort aber nicht aussprechen, welches von Wronskiy gesprochen worden war.

Es kam nun Wojtoff, welcher einen Hengst gekauft hatte; Anna erhob sich und verließ das Zimmer.

Bevor Wronskiy von Hause wegfuhr, trat er noch bei ihr ein. Sie wollte sich stellen, als suchte sie Etwas auf dem Tische, blickte ihm aber, von ihrer Heuchelei beschämt, offen und mit kühlem Blick ins Antlitz.

„Was wollt Ihr?“ frug sie ihn auf französisch.

„Das Attestat über den Gambetta holen. Ich habe ihn verkauft,“ sprach er in einem Tone, der deutlicher als Worte ausdrückte, „ich habe mich durchaus nicht zu erklären und es würde dies auch zu nichts führen. Ich trage doch keine Schuld ihr gegenüber,“ dachte er, „wenn sie sich selbst bestrafen will, tant pis pour elle!“ Im Hinausgehen aber schien ihm, als habe sie etwas gesagt und sein Herz regte sich plötzlich in Mitleid für sie.

„Was ist, Anna?“ frug er.

„Ich sagte nichts,“ antwortete sie immer noch so kalt und ruhig.