„Nichts Besonderes. Wie immer, beschäftige ich mich mit der Ökonomie,“ antwortete Lewin. „Und du? Bleibst du lange hier? Wir haben dich so lange erwartet.“
Bei diesen Worten begegneten sich die Augen der Brüder und Lewin fühlte, trotz des steten und jetzt bei ihm besonders lebhaft gewordenen Wunsches, in freundschaftliche und hauptsächlich klare Beziehungen zu seinem Bruder zu treten, daß es ihm peinlich war, denselben anzublicken. Er schlug die Augen nieder und wußte nicht, was er sagen sollte.
Indem er die Themen durchging, welche Sergey Iwanowitsch willkommen sein und ihn von dem Gespräch über den serbischen Krieg und die slawische Frage ablenken konnten, auf die er schon mit einem Hinweis auf seine Geschäfte in Moskau hingewiesen hatte, begann Lewin von dem Buche Sergey Iwanowitschs zu sprechen.
„Nun, sind denn Recensionen über dein Buch erschienen?“ frug er.
Sergey Iwanowitsch lächelte über das Vorbedachte in der Frage.
„Es hat sich niemand darum gekümmert; ich am allerwenigsten,“ sagte er. „Paßt auf, Darja Aleksandrowna, es wird Regen geben,“ fügte er hinzu, mit dem Schirme auf die über den Wipfeln der Espen erscheinenden weißen Wolken deutend.
Es waren genug Worte gefallen, die, wenn nicht eine feindselige, so doch kühle Beziehung zwischen beiden, wie sie Lewin so gern vermieden hätte, wiederum zwischen den Brüdern eintreten lassen konnten.
Lewin ging zu Katawasoff.
„Wie gut Ihr daran thatet, Euch zu einem Besuch bei uns zu entschließen,“ sagte er zu ihm.