„Der Lehrer ist dort, er ist vielleicht nicht angekleidet. Ich muß erst melden.“

Anna ging weiter die ihr bekannte Treppe hinauf, ohne zu verstehen, was der Alte gesprochen hatte.

„Hierher, bitte links. Entschuldigt, daß alles noch unsauber ist. Der junge Herr ist jetzt im früheren Diwanzimmer,“ sagte der Portier keuchend. „Gestattet, geduldet Euch ein wenig, Excellenz, ich will nachsehen,“ sagte er, öffnete, vor sie tretend, die hohe Thür und verschwand in derselben. Anna blieb stehen und wartete.

„Er ist soeben erwacht,“ sagte der Portier, wieder aus der Thür kommend.

Im nämlichen Augenblick, als der Portier dies sagte, hörte Anna den Klang eines kindlichen Gähnens. Schon an der Stimme dieses Gähnens erkannte sie den Sohn und sie sah ihn wie lebendig vor sich.

„Laß mich hinein, laß mich, laß mich!“ sprach sie und trat durch die hohe Thür. Rechts von derselben stand das Bett, und im Bett saß der Knabe, welcher sich aufgerichtet hatte, im halbgelösten Hemdchen, den kleinen Körper vorgebeugt, sich streckend und ausgähnend.

Im Augenblick, als seine Lippen sich schlossen, kräuselten sie sich zu einem glücklichen traumhaften Lächeln, und mit diesem Lächeln legte er sich langsam und zufrieden wieder zurück.

„Mein Sergey!“ flüsterte sie, unhörbar an ihn herantretend.

Während ihrer Trennung von ihm, und unter dem Einfluß der Liebe, welche sie in dieser ganzen letzten Zeit empfunden, hatte sie sich ihn als vierjährigen Knaben, so wie sie ihn am liebsten gehabt hatte, vorgestellt.