„Was giebt es da für Auseinandersetzungen,“ sagte diese, „Ihr Korney Wasiljewitsch, habt ihn irgendwo ein wenig zurückzuhalten, den Herrn nämlich, und ich laufe sogleich, um die gnädige Frau irgendwie beiseite zu bringen. Sind das Auseinandersetzungen!“ —

Als die Kinderfrau in die Kinderstube trat, erzählte Sergey der Mutter gerade, wie er mit Nadenka vom Berge herab, beim Eisfahren gefallen sei und daß sich dabei beide dreimal umkugelt hätten. Sie lauschte den Klängen seiner Stimme, sah sein Gesicht und das Spiel seiner Mienen, sie fühlte seine Hand, aber sie verstand nicht, was er sprach.

„Ich muß fort, und ihn verlassen,“ das allein nur dachte und fühlte sie noch. Sie vernahm wohl die Schritte Wasiliy Lukitschs, der zur Thür schritt, und hustete, sie vernahm wohl die Schritte der nahenden Kinderfrau, aber sie saß, wie zu Stein geworden, und nicht bei Kräften zu sprechen oder aufzustehen.

„Gnädige Frau, meine Liebe!“ begann die Amme, sich Anna nähernd, und ihr Hände und Schultern küssend. „Gott hat unserem Geburtstagskinde Freude gebracht. Ihr habt Euch doch gar nicht verändert.“

„Ach, Amme, du Gute, ich habe gar nicht gewußt, daß Ihr noch im Hause seid,“ sagte Anna, für eine Minute zur Besinnung kommend.

„Ich wohne nicht hier, sondern bei meiner Tochter, und bin nur gekommen, um zu gratulieren, Anna Arkadjewna, meine Teure.“

Die Amme brach plötzlich in Thränen aus und küßte von neuem die Hand der Herrin.

Sergey hielt sich, mit glänzenden Augen lächelnd, mit der einen Hand an seiner Mutter, mit der anderen an der Amme an und stampfte mit den wohlgenährten Füßchen auf den Teppich. Die Zärtlichkeit der geliebten Amme gegen seine Mutter versetzte ihn in Entzücken.

„Mama! Sie kommt oft zu mir, und wenn sie kommt“ — wollte er beginnen, hielt aber inne, als er bemerkte, daß seine Amme der Mutter etwas zuflüsterte, und auf deren Gesicht sich Schrecken auspräge, und etwas wie Scham, was der Mutter so gar nicht zu Gesicht stand.

Diese kam zu ihm.