Boris. Es steht so im Evangelium.

Fürstin. Gar nichts steht da, und wenn es so dasteht, ist das sehr dumm ausgedrückt. Boris, mein Herzensjunge, hab doch Mitleid. (Sie fällt ihm um den Hals und weint.) Mein ganzes Leben war nichts als Kummer. Der einzige Sonnenstrahl warst du, und nun machst auch du mir diese Schmerzen. Boris, hab doch Erbarmen.

Boris. Mama, es wird mir schrecklich schwer, aber ich kann dir nichts sagen.

Fürstin. Schlag es mir nicht ab, versprich, daß du dienen wirst.

Nikolai. Sag, du würdest es dir überlegen, und tu das.

Boris. Also schön. Aber hab auch du mit mir Mitleid, Mama. Ich hab’ es auch nicht leicht. (Man hört wieder Geschrei im Korridor.) Ich bin hier im Irrenhause und kann leicht selbst den Verstand verlieren.

Elfter Auftritt.

Die Vorigen und der Oberarzt.

Oberarzt (eintretend). Durchlaucht, Ihr Besuch kann schädliche Folgen haben. Ihr Sohn ist sehr aufgeregt. Ich glaube, es ist angebracht, den Besuch zu beenden. Donnerstags und Sonntags ist Empfang, da kommen Sie bitte um zwölf Uhr.

Fürstin. Schön, schön; also ich gehe. Leb wohl, Boris. Überleg es dir, hab Mitleid mit deiner Mutter, die sich freut, dich Donnerstag wiederzusehen. (Sie küßt ihn.)