Boris. Das weiß niemand. Ich denke nicht an die Zukunft. Die Gegenwart ist so schön. Und du kannst sie mir noch schöner machen.

Die Fürstin (tritt ein).

Zehnter Auftritt.

Die Vorigen und die Fürstin.

Fürstin. Nein, ich kann nicht länger warten. (Zu Nikolai Iwanowitsch.) Nun, haben Sie ihm zugeredet? Gibt er nach? Boris, mein Liebling, begreif doch, was ich ausstehe. Fast dreißig Jahre habe ich nur für dich gelebt, dich aufgezogen, meine Freude an dir gehabt. Und jetzt, wo alles fertig, wo das Werk vollendet ist, soll ich plötzlich allem entsagen! Ins Gefängnis – diese Schande … Nein, das ertrage ich nicht. Boris …

Boris. Mama, so hör doch.

Fürstin. Weshalb reden Sie denn keinen Ton? Sie haben ihn ins Verderben gestürzt, Sie müssen ihn zur Vernunft bringen. Ljuba, sprich du doch mit ihm.

Ljuba. Was kann ich ausrichten!

Boris. Mama, begreif doch endlich, daß es Dinge gibt, die man nicht fertig bringt, ebensowenig fertig bringt wie das Fliegen. Dazu gehört für mich das Dienen.

Fürstin. Ach, das bildest du dir ein. Unsinn, alle haben gedient und dienen noch. Du und Nikolai Iwanowitsch, ihr habt euch da ein Christentum ausgedacht, das gar keins ist. Eine Satanslehre, die nichts als Leiden schafft.