Nikolai (sie unterbrechend). Das kam daher, weil du nicht so leben wolltest, wie ich dir vorschlug.
Maria. Ach, das ist ja unmöglich. Frag die ganze Welt. Wie kann ich die Kinder ohne jeden Unterricht lassen, wie deine Absicht ist, und selbst waschen und kochen.
Nikolai. Das habe ich nie gewollt.
Maria. Na, dann ungefähr so. Nein, du willst Christ sein, willst Gutes tun, sagst, du liebst die Menschen. Warum folterst du dann die Frau, die dir ihr ganzes Leben hingegeben hat?
Nikolai. Wieso foltere ich dich? Ich liebe dich, aber …
Maria. Ist das keine Tortur, wenn du mich verstößt und fortgehst? Was werden die Leute sagen? Eins von beiden ist nur möglich: entweder bin ich ein verworfenes Frauenzimmer, oder du bist verrückt.
Nikolai. Vielleicht bin ich verrückt; jedenfalls kann ich so nicht weiterleben.
Maria. Was ist denn Schreckliches dabei, daß ich den ganzen Winter ein einziges Mal – in ewiger Sorge, es könnte dir unangenehm sein – bei uns tanzen lasse! Frag Manja und Barbara Wassiljewna – alle haben mir gesagt, es ginge nicht anders, es sei unbedingt nötig. Und das soll nun ein Verbrechen sein, für das ich diese Schande auf mich nehmen muß! Ja, nicht nur Schande – das Schlimmste ist, daß du mich nicht mehr liebst; du liebst die ganze Welt, bis zu diesem betrunkenen Alexander Petrowitsch – – und dennoch liebe ich dich, kann nicht ohne dich leben. Warum das, warum? (Sie weint.)
Nikolai. Du willst mein Leben, mein geistiges Leben nicht verstehen.
Maria. Ich will es, kann es aber nicht. Ich sehe, daß dein Christentum bewirkt, daß du mich, deine Familie haßt. Wozu das nötig ist, begreife ich nicht.