Alexandra. Er gilt nicht als deiner, er ist es!
Semjonowitsch. Schon wieder Streit!
Nikolai. Ja, selbst wenn es, was ich nie zugeben kann, mein von allen anerkanntes Eigentum ist, so besitze ich neunhundert Morgen Wald, auf jeden Morgen kommen zirka fünfhundert Bäume, macht vierhundertfünfzigtausend Bäume, nicht wahr? Zehn von diesen, das heißt ein Fünfundvierzigtausendstel, haben sie gefällt. Nun frage ich: lohnt es sich, darf man wegen solcher Lappalie jemanden von seiner Familie losreißen und ins Gefängnis werfen?
Stefan. Ja; wenn sie aber wegen dieses einen Fünfundvierzigtausendstel nicht bestraft werden, hauen sie die übrigen vierundvierzigtausendneunhundertneunundneunzig Fünfundvierzigtausendstel auch bald um!
Nikolai. Ich sage das nur der Tante. Tatsächlich habe ich gar kein Recht auf diesen Wald. Der Grund und Boden gehört allen gemeinsam, kann also nicht Eigentum eines einzelnen sein. Wir haben auf diesen Grund und Boden keine Arbeit verwandt.
Stefan. Du hast ihn doch aber in Stand gehalten, bewachen lassen …
Nikolai. Wie habe ich denn das gemacht? Hab’ doch nicht selbst die Arbeit getan … Aber das läßt sich nicht beweisen. Wenn jemand nicht fühlt, wie schändlich es ist, einen andern zu ruinieren …
Stefan. Das tut ja niemand.
Nikolai. Genau so, wie man jemandem, der sich nicht schämt, ohne eigene Tätigkeit die Arbeit anderer zu benutzen, das nicht beweisen kann. Und die ganze Nationalökonomie, die du auf der Universität studiert hast, ist nur dazu da, um die sozialen Zustände, in denen wir leben, zu rechtfertigen.
Stefan. Im Gegenteil: die Wissenschaft beseitigt alle vorgefaßten Meinungen.