Alles in allem bedeutet Tolstois unvollendet gebliebenes Drama, das dem unbezwinglichen Drange des Dichters, die wichtigsten inneren Erlebnisse und schwersten Seelenkämpfe poetisch darzustellen, entsprungen ist, ein ebenso wichtiges Zeugnis für Tolstois Leben, wie ein starkes Glaubensbekenntnis und erschütterndes Drama eines Propheten und Apostels, der starr wie ein Fels in unsere Zeit hineinragt. Daneben aber mahnt und erinnert es, ohne eine Lösung des sozialen Problems bieten zu wollen, mit größter Kraft und Eindringlichkeit an die Pflichten, die jeder gegen seine Nächsten hat – Pflichten, die kein Gesetz befiehlt und keine Verordnung, sondern nur das eigene Gewissen.

Berlin, 1912.

Dr. Adolf Heß.

Personen

Kinderwärterin
Diener
bei Sarynzews
Oberarzt
Unterarzt
Mehrere Wärter
Ein kranker Offizier
im Lazarett in der Abteilung für
Geisteskranke

Erster Aufzug.

Bedeckte Veranda eines vornehmen Landhauses.

Vor der Veranda der Garten, Lawn-Tennis- und Krocketplatz. Die Kinder spielen mit der Gouvernante Krocket. Auf der Veranda sitzen Maria Iwanowna Sarynzew, mit vierzig Jahren hübsch, elegant; ihre Schwester Alexandra Iwanowna Kochowzew, fünfundvierzig Jahre alt, korpulent, energisch, dumm; und deren Gatte, Peter Semjonowitsch Kochowzew, ein dicker, aufgedunsener Herr im Sommeranzug und Pincenez. Auf dem gedeckten Tisch ein Samowar und Kaffeegeschirr. Man trinkt Kaffee; Peter Semjonowitsch raucht.