Erster Auftritt.
Maria Iwanowna, Alexandra Iwanowna und Peter Semjonowitsch.
Alexandra Iwanowna. Wenn du nicht meine Schwester, sondern eine fremde Person wärest und Nikolai Iwanowitsch nicht dein Mann, sondern irgendein Bekannter, so würde ich seine Handlungsweise originell und nett finden und ihn vielleicht sogar darin bestärken. Da ich aber sehe, daß dein Gatte Narrheiten treibt, direkt Narrheiten, muß ich dir meine Meinung sagen. Ihm, deinem Gatten, werde ich sie ebenfalls sagen. Angst habe ich nicht.
Maria Iwanowna. Das kränkt mich durchaus nicht; ich sehe es ja selbst ein. Glaubte nur nicht, daß die Sache so wichtig sei.
Alexandra. Ja, du glaubst es nicht; ich sage dir aber, wenn du den Dingen ihren Lauf läßt, kommt ihr noch an den Bettelstab. So, wie er es treibt!
Peter Semjonowitsch. Bettelstab! Bei ihrem Vermögen!
Alexandra. Jawohl: Bettelstab. Und du, mein Lieber, unterbrich mich bitte nicht. Für dich ist natürlich alles gut, was Männer tun …
Semjonowitsch. Ich weiß ja gar nicht, ich sage nur …
Alexandra. Du weißt eben nie, was du sagst. Wenn ihr Männer einmal anfangt, Dummheiten zu machen, gibt es kein Halten mehr. Ich sage nur, ich an deiner Stelle würde das nicht erlauben. Würde dem schon einen Riegel vorschieben. Was soll denn das heißen! Ein Mann, Familienvater, beschäftigt sich mit gar nichts, gibt alles weg und spielt nach rechts und links den Großmütigen. Ich weiß schon, wie das endet. Wir können davon ein Lied mitsingen.
Semjonowitsch (zu Maria). So klären Sie mich doch endlich einmal darüber auf, Maria, was diese neue Richtung bedeutet? Liberalismus: Selbstverwaltung, Verfassung, Schulen, Lesehallen und was daran bimmelt und bammelt – das verstehe ich. Auch die Sozialisten mit ihren Streiks und Achtstundentag sind mir noch begreiflich. Aber das hier? Was ist das eigentlich? Erklären Sie es mir.