Maria. Er hat Ihnen gestern ja selbst die Erklärung gegeben.
Semjonowitsch. Offen gesagt, habe ich ihn nicht verstanden. Evangelium, Bergpredigt; die Kirche sei überflüssig … Wie soll man denn da seine Andacht verrichten und alles?
Maria. Das ist es ja eben, daß er alles zerstört und nichts Neues an die Stelle setzt.
Semjonowitsch. Wie hat es eigentlich angefangen?
Maria. Im vorigen Jahr. Mit dem Tode seiner Schwester. Er hatte sie sehr lieb, und ihr Tod wirkte derart auf ihn, daß er ganz tiefsinnig wurde, stets vom Sterben sprach und schließlich, wie Sie wissen, selbst erkrankte. Dann, nach dem Typhus, war er wie umgewandelt.
Alexandra. Er war doch aber im Frühjahr bei uns in Moskau so lieb und nett. Spielte Karten, genau wie andere …
Maria. Und war doch schon ganz anders …
Semjonowitsch. Ja, aber wie denn eigentlich?
Maria. Vollkommen gleichgültig gegen seine Familie und dabei von dieser fixen Idee besessen. Ich meine das Evangelium. Er las tagelang darin, schlief nachts nicht, stand auf, um zu lesen, machte sich Notizen und Auszüge, fuhr dann zu Bischöfen und Mönchen und disputierte mit ihnen.
Alexandra. Geht er denn zum Abendmahl?