Maria. Seit unserer Verheiratung, also seit fünfundzwanzig Jahren, war er nicht hingegangen. Dann nahm er es einmal im Kloster, erklärte aber hinterher sofort, es sei nicht nötig und der Kirchenbesuch überflüssig.

Alexandra. Ich sage ja, keine Spur von Konsequenz.

Maria. Noch vor einem Monat hat er keinen Gottesdienst versäumt, alle Fastentage streng gehalten – und dann ist auf einmal alles überflüssig. Da red’ einer mit ihm.

Alexandra. Ich habe mit ihm gesprochen und werde es tun.

Semjonowitsch. Aber das alles ist doch nicht so schlimm …

Alexandra. Für dich ist nichts schlimm, weil ihr Männer keine Religion habt.

Semjonowitsch. So laß mich doch ausreden. Ich meine, daß es darauf doch nicht ankommt. Wenn er die Kirche verwirft, was soll ihm dann das Evangelium?

Maria. Er sagt, man müsse nach dem Evangelium, nach der Bergpredigt leben, alles hingeben.

Semjonowitsch. Wie soll man denn aber leben, wenn man alles hingibt?

Alexandra. Und wo hat er in der Bergpredigt dieses Shake hands mit den Dienstboten gefunden? Da steht wohl: Selig sind die Sanftmütigen; von Händedrücken steht aber nichts da.