Maria. Wir haben es aber doch bislang getan und uns sehr wohl dabei gefühlt. (Den ärgerlichen Ausdruck in seinem Gesicht bemerkend.) Nun gut, ich höre schon.

Nikolai. Auch ich habe so dahingelebt, ohne nachzudenken, warum ich lebe. Aber dann kam die Zeit, wo ich erschrak. Schön: wir leben von der Arbeit anderer, zwingen andere, für uns zu arbeiten, setzen Kinder in die Welt und erziehen sie zu ebensolchem Leben. Dann kommt das Alter, der Tod, und ich frage mich: wozu habe ich gelebt? Um die Zahl solcher menschlichen Parasiten wie ich zu vermehren? Was aber die Hauptsache: solch ein Leben macht kein Vergnügen. Es ist noch erträglich, wenn, wie bei Wanja, die Lebensenergie in einem überschäumt …

Maria. Dabei leben doch alle so…

Nikolai. Und sind alle unglücklich.

Maria. Durchaus nicht.

Nikolai. Ich wenigstens habe eingesehen, daß ich sehr unglücklich bin und dich und die Kinder ebenfalls unglücklich mache. Und da fragte ich mich: Hat Gott uns wirklich dazu geschaffen? Und sobald ich darüber nachdachte, fühlte ich, daß das nicht der Fall sei. Darauf fragte ich mich: Wozu hat Gott uns eigentlich geschaffen?

Ein Diener (kommt).

Zwanzigster Auftritt.

Die Vorigen und der Diener.

Maria (hört nicht auf ihren Gatten, sondern wendet sich dem Diener zu). Bringen Sie etwas gekochte Sahne.