Maria. Für dich ist jetzt alles dumm oder niederträchtig. Stefan muß doch aber leben. Du hast auch gelebt.
Nikolai (sich ereifernd). Das war, als ich noch nichts verstand und niemand mich aufklärte. Hier handelt es sich aber nicht um mich, sondern um ihn.
Maria. Wieso? Du bist doch der, der ihm kein Geld geben will.
Nikolai. Ich kann nicht geben, was mir nicht gehört.
Maria. Wieso nicht gehört?
Nikolai. Mir gehört nicht das, was andere Leute erarbeitet haben. Das Geld, das ich ihm gebe, muß ich anderen abnehmen. Dazu habe ich kein Recht, das kann ich nicht. Solange ich die Verfügung über das Gut habe, kann ich nicht anders darüber verfügen, als mir mein Gewissen befiehlt. Ich bringe es nicht fertig, die sauer erarbeiteten letzten Groschen der Bauern für Leibhusarenzechen herzugeben. Nehmt mir das Besitztum, dann bin ich nicht mehr verantwortlich.
Maria. Du weißt doch, daß ich das nicht will, nicht kann. Ich soll die Kinder gebären, nähren, erziehen – das ist zu viel! …
Nikolai. Mascha, Liebling! Darum handelt es sich ja gar nicht. Als du zu reden anfingst, fing ich auch an – ich wollte einmal so recht von Herzen mit dir sprechen. So geht es nicht weiter. Wir leben zusammen und verstehen uns nicht. Es macht bisweilen den Eindruck, als sei das Absicht.
Maria. Ich gebe mir alle erdenkliche Mühe, bringe es aber nicht fertig. Ich verstehe dich nicht, verstehe nicht, was mit dir vorgegangen ist.
Nikolai. Nun, dann will ich dir etwas sagen. Es ist zwar jetzt nicht die Zeit dazu, aber Gott weiß, wann die ist. Bemüh dich weniger, mich zu verstehen, als dich selbst, dein Leben. Man kann nicht so leben, ohne zu wissen, wozu.