Lisa: Ja, er hat mir einen Brief geschrieben, er betrachte alles zwischen uns als beendet. Ich (sie drängt die Tränen zurück) fühlte mich so gekränkt, so ... nun, mit einem Worte, ich war mit der Trennung einverstanden ... und antwortete ihm, ich nähme seine Absage an.

Karenin: Und jetzt bereuen Sie das?

Lisa: Ja, ich bin zu der Empfindung gelangt, daß das von meiner Seite schlecht gehandelt war, daß ich es nicht tun kann. Ich will lieber alles erdulden, als mich von ihm trennen. Nun, kurz gesagt, händigen Sie ihm diesen Brief ein! Bitte, Viktor, händigen Sie ihm diesen Brief ein, und sagen Sie ihm ... und bringen Sie ihn her!

Karenin (verwundert): Ja, aber wie soll ich das machen?

Lisa: Sagen Sie ihm, ich bäte ihn, alles zu vergessen und zurückzukehren. Ich könnte ihm ja den Brief einfach zuschicken; aber ich kenne ihn: die erste Regung würde, wie immer, eine gute sein; aber dann macht sich irgendein fremder Einfluß geltend, und er wird anderen Sinnes und tut nicht das, was er in Wahrheit will.

Karenin: Ich werde tun, was ich kann.

Lisa: Sie wundern sich wohl, daß ich gerade Sie bitte?

Karenin: Nein ... übrigens, um die Wahrheit zu sagen: ja, ich wundere mich ...

Lisa: Aber Sie sind mir nicht böse?

Karenin: Als ob ich Ihnen überhaupt böse sein könnte.