Nastasja Iwanowna: Nimm dein Tuch um und dann sofort marsch! Nun sehe einer an, weggelaufen ist sie! Was werde ich dem Chor sagen? Läßt dich mit einem armen Schlucker ein! Was kannst du von dem kriegen?

Mascha: Von Einlassen ist nicht die Rede. Ich liebe den gnädigen Herrn, weiter nichts. Ich werde mich von dem Chor nicht lossagen, werde weitersingen; aber daß ...

Iwan Makarowitsch: Wenn du noch ein Wort sagst, so reiße ich dir den Zopf aus. Du Dirne! Wer hat dir so ein Beispiel gegeben? Dein Vater nicht, deine Mutter nicht, deine Tante nicht. Es ist schlecht von dir, Herr. Wir haben dich lieb gehabt; wie oft haben wir dir umsonst etwas vorgesungen, weil du uns leid tatest. Aber du, was hast du uns angetan!

Nastasja Iwanowna: Du hast unser Töchterchen, unser liebes, einziges, süßes, goldenes, unschätzbares Töchterchen, mir nichts dir nichts zugrunde gerichtet, sie in den Schmutz getreten, — das hast du uns angetan. Du hast keine Gottesfurcht.

Fedja: Du urteilst falsch über mich, Nastasja Iwanowna. Deine Tochter ist mir wie eine Schwester. Ich taste ihre Ehre nicht an. Glaube so etwas nicht! Aber ich liebe sie ... Was ist da zu machen?

Iwan Makarowitsch: Aber als du noch Geld hattest, da hast du sie nicht geliebt. Du hättest damals dem Chor zehntausend Rubel stiften sollen, dann hättest du sie in allen Ehren bekommen. Aber jetzt, wo du alles durchgebracht hast, da hast du sie heimlich entführt. Schäme dich, Herr, schäme dich.

Mascha: Er hat mich nicht entführt; ich bin von selbst zu ihm gekommen. Und wenn ihr mich jetzt wegholt, so laufe ich doch wieder her. Ich liebe ihn — und damit basta. Meine Liebe ist stärker als alle eure Schlösser und Riegel ... Ich will nicht.

Nastasja Iwanowna: Na, liebste Mascha, mein Herzenskind, werde nicht hitzig! Du hast nicht gut gehandelt; na, und nun komm!

Iwan Makarowitsch: Na, nun ist genug geredet! Marsch! (Er faßt sie an den Arm.) Lebe wohl, Herr! (Alle drei ab.)

Vierter Auftritt