Lisa: Das weiß ich nicht.

Der Untersuchungsrichter: Nun, aber als die Polizei Sie aufforderte, die Leiche zu rekognoszieren, auf welche Weise erkannten Sie in derselben Ihren Mann?

Lisa: Ich war damals so aufgeregt, daß ich die Leiche nicht genauer ansah, und war so davon überzeugt, daß er es war, daß ich, als ich gefragt wurde, antwortete, er sei es wohl.

Der Untersuchungsrichter: Ja, Sie haben ihn in einer sehr erklärlichen Aufregung nicht genauer angesehen. Sehr wohl. Nun aber gestatten Sie die Frage: warum haben Sie denn allmonatlich Geld nach Saratow geschickt, nach eben der Stadt, wo Ihr erster Mann wohnte?

Lisa: Dieses Geld hat mein Mann hingeschickt. Und über die Bestimmung desselben kann ich nichts aussagen, da das nicht mein Geheimnis ist. Nur soviel: es wurde nicht an Fjodor Wasiljewitsch geschickt. Wir waren fest davon überzeugt, daß er nicht mehr am Leben sei. Das kann ich Ihnen wahrheitsgemäß sagen.

Der Untersuchungsrichter: Sehr wohl. Gestatten Sie mir nur die eine Bemerkung, gnädige Frau: wir sind Diener des Gesetzes; aber das hindert uns nicht, Menschen zu sein. Wollen Sie mir glauben: ich habe ein volles Verständnis für Ihre Lage und wende ihr meine ganze Teilnahme zu. Sie waren an einen Menschen gebunden, der das Vermögen verschwendete, Sie hinterging, mit einem Worte ein schweres Kreuz für Sie war ...

Lisa: Ich liebte ihn.

Der Untersuchungsrichter: Ja, aber es mußte doch in Ihnen ganz natürlicherweise der Wunsch rege werden, von ihm loszukommen, und Sie wählten diesen einfachen Weg, ohne zu bedenken, daß er Sie zu etwas führte, was als ein Verbrechen angesehen wird, zur Bigamie; das ist auch mir verständlich. Und auch die Geschworenen werden dafür Verständnis haben. Und daher würde ich Ihnen raten, alles offen zu gestehen.

Lisa: Ich habe nichts zu gestehen. Ich habe nie gelogen. (Sie weint.) Bin ich nicht mehr nötig?