„Über Nacht bleiben wollen wir nicht, Bruder,“ sagte Wasili Andrejitsch.
„Wohin wollt ihr denn jetzt noch fahren? Es ist ja schon Nacht. Übernachtet doch hier.“
„Das würde ich gern tun; aber ich muß fahren.“
„Nun, dann wärme dich wenigstens auf; der Samowar ist gerade fertig,“ sagte der Alte.
„Sich ein bißchen aufwärmen, das könnte man schon tun,“ erwiderte Wasili Andrejitsch. „Dunkler wird es nicht werden; im Gegenteil, sobald der Mond aufgeht, wird es heller. Komm, Nikita, wir wollen hineingehen und uns aufwärmen.“
„Schön, das können wir ja,“ antwortete Nikita, der arg durchgefroren war und nichts lieber wünschte, als seine erstarrten Glieder am Ofen zu erwärmen.
Wasili Andrejitsch ging mit dem Alten in das Haus hinein, Nikita aber fuhr durch das von Peter geöffnete Tor und brachte nach dessen Anweisung das Pferd unter das Schutzdach des Schuppens. Unten auf dem Boden lag viel Mist, und das hohe Krummholz stieß oben gegen die Querstange. Die Hühner mit ihrem Hahn, die sich bereits auf die Querstange gesetzt hatten, fingen unzufrieden an zu gackern und klammerten sich mit den Krallen fester an die Querstange. Die geängstigten Schafe drängten sich in dichtem Haufen zur Seite; ihre hornigen Klauen klapperten laut auf dem gefrorenen Miste. Ein Hund, offenbar ein noch junges Tier, stieß zunächst ein entsetztes Gewinsel aus und bellte dann in seinem Schreck und Ingrimm den fremden Eindringling heftig an.
Nikita redete mit allen: er entschuldigte sich bei den Hühnern und suchte sie durch die Versicherung zu beruhigen, daß er sie nicht weiter belästigen werde; er machte den Schafen Vorwürfe, daß sie sich fürchteten, ohne selbst zu wissen wovor, und redete, während er das Pferd festband, unaufhörlich dem jungen Hunde ins Gewissen.
„So, jetzt wird es in Ordnung sein,“ sagte Nikita und klopfte nun den Schnee von seinem eigenen Leibe ab. „Aber was er für einen Spektakel macht!“ fügte er mit Bezug auf den Hund hinzu. „Warte du nur! Na, nun genug … dummer Kerl. Genug. Regst dich bloß auf,“ sagte er. „Es sind ja keine Diebe; gute Bekannte …“