Als Iwins aus dem Gastzimmer zurückkamen, wo Serjoscha trotz seines angenehmen Äußeren den allgemeinen Tribut der Verlegenheit entrichtet hatte, faßte ich ihn am Ellbogen und forderte ihn auf, zum Tanz nach oben zu kommen.

»Los, los!« rief Etienne plump zutraulich, Serjoscha am Arm ziehend. »Hat euer Deutscher eine Pfeife?«

Obgleich mir die Gesellschaft des jungen Fürsten und sein freier Umgang mit Serjoscha durchaus nicht angenehm war, mißfiel mir noch mehr Serjoschas Anwesenheit im Gastzimmer.

»Où allez vous, Mr. Serge; ne voyez vous pas, qu'on va danser?« Herr Forst hielt uns auf. »Haben Sie Ihre Handschuhe?« fügte er hinzu.

»Gewiß; man muß Handschuhe anziehen,« Serjoscha holte ein paar neue Glacés hervor.

Und wir haben keine, dachte ich. Was soll man machen. Geschwind lief ich nach oben. Aber obgleich sämtliche Kommodenschiebladen durchgestöbert wurden, fand ich nur unsere grauen Winterhandschuhe, und einen einzelnen Glacé, der mir einmal viel zu weit war und dem obendrein der Mittelfinger fehlte – wahrscheinlich hatte Karl Iwanowitsch ihn vor langer Zeit einmal für einen kranken Finger abgeschnitten. Ich wußte nicht, was ich anfangen sollte, zog den Rest des Handschuhs an, steckte den Mittelfinger durch das Loch und stand, den Finger auf und nieder bewegend und einen Tintenfleck aufmerksam betrachtend, sehr nachdenklich da.

Wenn jetzt Natalie Sawischna hier gewesen wäre, die hätte schon Handschuhe gefunden! Nach unten gehen konnte ich in diesem Aufzuge nicht, denn wenn man fragte, warum ich nicht tanzte – was sollte ich erwidern? Hier bleiben konnte ich auch nicht, weil man mich finden würde. Also was tun? – Ich rang verzweifelt die Hände. Ich war einfach verloren; schrecklich! – sagte ich, stellte das Stearinlicht auf die offene Kommodenschieblade, senkte den Kopf auf die Brust und machte ein finsteres Gesicht.

Plötzlich ertönte unten Musik. Ich sprang unwillkürlich auf, rannte durch alle Zimmer und suchte Handschuhe: in Heften, unterm Globus, zwischen Stiefeln – da aber keine da waren, blieb all mein Suchen umsonst.

Mit den Worten: »Was machst du denn hier?« kam Wolodja hereingelaufen, »engagiere schnell eine Dame; es geht gleich los.«