Als ich in den Saal zurückkehrte, sah ich niemanden; ich blickte alle Gäste an und suchte Sonja, obgleich ich wußte, daß sie fort sei, und ich sie unmöglich wiedersehen könnte.

26. Im Bett.

Karl Iwanowitsch war noch nicht da; wir legten uns schlafen.

Wie hatte ich, trotz seiner Gleichgültigkeit, Serjoscha Iwin so sehr lieben können? überlegte ich. Nein, er hatte meine Liebe nie verstanden, war sie nicht wert und wußte sie nicht zu schätzen. Sonja dagegen? Wie war die reizend! »Willst du; du mußt anfangen.« Ich sprang auf allen vieren hoch, stellte mir ihr reizendes Gesicht vor, bedeckte den Kopf mit der Bettdecke, stopfte sie auf allen Seiten zu, und als nirgends eine Öffnung mehr war, legte ich mich wieder hin und versank, im angenehmen Gefühl der Wärme, in süße Träume und Erinnerungen. Den Blick auf das Futter der Steppdecke gerichtet, sah ich Sonja so deutlich vor mir, wie eine Stunde vorher; ich sprach in Gedanken mit ihr, und diese Unterhaltung, die gar keinen Sinn hatte, verschaffte mir unbeschreiblichen Genuß, weil das: »du, dir, mit dir, dein« fortwährend darin vorkamen.

Diese Träume waren so klar und angenehm, daß ich vor süßer Erregung nicht einschlafen konnte; ich wollte jemandem mein Glück mitteilen. »Lieb–ling!« sagte ich fast laut, mich schnell auf die andere Seite drehend.

»Wolodja, schläfst du?«

»Nein,« erwiderte dieser schläfrig. »Was ist?«

»Ich bin verliebt, Wolodja, total verliebt in Sonja Walachin.«

»Na u–und?« meinte er gedehnt.