In unserer Gouvernementsstadt wohnte ein Kaufmann Podjemschikow; er stand mit dem Vater in Geschäftsverbindung; dieser hatte ihn wegen seiner Redlichkeit und Akkuratesse sehr gern; die Jagd dagegen liebte P. nicht, sondern äußerte sich über Jäger stets verächtlich.

Einmal überredete ihn der Vater, mit auf die Jagd zu reiten. Er zog seinen langschößigen Kaftan an, bestieg sein Jagdpferd, und die ganze Gesellschaft machte sich auf den Weg. Die Jagd war zunächst kläglich, und das verächtliche Lächeln wich nicht von seinem Gesicht. Endlich kam unmittelbar neben ihm ein weißer Hase auf. Ich folgte ihm während der Hatz, um zu sehen, welchen Eindruck das auf ihn machte. Er galoppierte wie verrückt und stieß bisweilen durchdringendes Geschrei aus; als aber die Hunde den Hasen eingekreist und, wie die Jäger sich ausdrücken, gestellt hatten, kannte sein Entzücken keine Grenzen mehr; er galoppierte immer weiter, stürmte aufs freie Feld und erstickte fast vor Lachen.

Die Hetzjagd war ausgesucht herrlich. Der von allen Seiten eingekreiste Hase machte einen Salto mortale, und ein Hund packte ihn in der Luft.

Trotzdem man dem Herrn von allen Seiten zuschrie: »Reiten Sie die Hunde nicht nieder!« galoppierte er gerade an die Stelle, wo der Hase gepackt war; nicht imstande, sich vor Lachen im Sattel zu halten, fiel er vom Pferde mitten zwischen die Hunde und fuhr, auf der Erde liegend, mit seinem unnatürlichen, aber schon klanglosen Lachen fort. Man hatte Mühe, ihn zu beruhigen. Worüber er eigentlich lachte, ist unbekannt.

Beilage II.
Fortsetzung des Kapitels 26: »Im Bett.«

In diesem Augenblick ertönte auf der Treppe starkes Poltern – als wenn etwa fünf Leute in schweren Stiefeln einen leblosen, schweren Gegenstand nach oben trugen; gleichzeitig hörte man Worte, Töne, die an Karl Iwanowitschs Stimme erinnerten, doch waren diese bald unnatürlich-lauten und durchdringenden, bald schwächer und undeutlich werdenden Töne im höchsten Grade sonderbar.

Als der Lärm näher kam, konnte man deutlich die ehrerbietige Stimme Nikolas vernehmen, der sagte: »Erlauben Sie, Karl Iwanowitsch, ich will nur die Galoschen ausziehen. Sawelij, hilf doch!« rief dieselbe Stimme geschwinder. Dann plumpste etwas Schweres auf den Boden und eine Minute lang war alles still.

»Ach, Bruder, wohin bist du geraten?« sagte Nikolas dann vorwurfsvoll. »Also jetzt: angefaßt, hoch!«

Dann erkannte ich deutlich die Stimme Karl Iwanowitschs, obgleich er wie mit einem Mund voll Grütze sprach. Er sagte: »Wo bin ich, ah?«