»Damals hätte ich dir eine Dummheit gesagt, denn ich war wütend.«

»Aber ich wollte es gerade damals wissen.«

»Warum?«

»Warum glaubst du, ich könnte dir niemals helfen?«

»Und ob ich es glaube!« sagte er, die Feder fortlegend. »Ich glaube, daß ich ohne dich nicht leben kann. In allen Dingen, in allen Dingen hilfst du mir nicht nur, sondern tust alles statt meiner. Was dir plötzlich einfällt!« rief er lachend. »Ich lebe doch nur dank dir. Alles erscheint mir nur darum gut, weil du hier bist, weil man dich …«

»Ja, ich weiß es: ich bin ein liebes Kind, das man beruhigen muß,« sagte ich in einem solchen Ton, daß er mich so erstaunt, als sähe er mich zum erstenmal, anblickte. »Ich will die Ruhe nicht, du hast sie ja im Überfluß,« fügte ich hinzu.

»Nun siehst du selbst, worum es sich hier handelt,« begann er hastig, mich unterbrechend, als fürchtete er, mich aussprechen zu lassen, »was würdest du in diesem Falle sagen?«

»Jetzt will ich nichts sagen,« antwortete ich. Ich hatte zwar Lust, ihm zuzuhören, aber es war mir so angenehm, seine Ruhe zu stören. »Ich will nicht so tun, als ob ich lebte, ich will leben,« sagte ich, »genau so wie du.«

Sein Gesicht, das jeden Eindruck so schnell und so lebhaft wiederspiegelte, drückte Schmerz und gespannte Aufmerksamkeit aus.

»Ich will genau so wie du leben, mit dir …«