Den Rest des Abends sprach er mit Katja über geschäftliche Dinge.
»Nun, lebt wohl, meine lieben Freunde,« sagte er, indem er sich erhob, auf mich zuging und meine Hand ergriff.
»Wann werden wir uns wiedersehen?« fragte Katja.
»Im Frühjahr,« antwortete er, mich noch immer bei der Hand haltend. »Jetzt fahre ich nach Danilowka (so hieß unser anderes Gut), um dort alles festzustellen und, soweit ich kann, in Ordnung zu bringen, dann in meinen eigenen Geschäften nach Moskau, und im Sommer werden wir uns wiedersehen.«
»Warum verlassen Sie uns für so lange? …« sagte ich furchtbar traurig; ich hatte in der Tat gehofft, ihn jeden Tag zu sehen, und es wurde mir plötzlich so trist und bange zumute, daß meine Schwermut wiederkehren sollte. Wahrscheinlich war das auch in meinem Blick und in meinem Ton zu lesen.
»Suchen Sie die Zeit mit Arbeit totzuschlagen und fangen Sie keine Grillen,« sagte er mir, wie es mir schien, in einem viel zu kalten und gleichgültigen Tone. »Im Frühjahr werde ich Sie examinieren,« fügte er hinzu, meine Hand loslassend, und ohne mich anzublicken.
Im Vorzimmer, wohin wir ihn begleiteten, hatte er es sehr eilig, seinen Pelz anzuziehen und vermied es, mich anzublicken. – Umsonst gibt er sich solche Mühe! – dachte ich mir. – Glaubt er denn wirklich, es sei mir so angenehm, daß er mich ansieht? Er ist ein guter Mensch, ein sehr guter Mensch … aber das ist auch alles. –
Aber an diesem Abend konnten Katja und ich lange nicht einschlafen; wir sprachen immer, doch nicht von ihm, sondern davon, wie wir den Sommer verleben und wie und wo wir den nächsten Winter zubringen würden. Die schreckliche Frage: »Wozu?« kam mir nicht mehr in den Sinn. Es erschien mir so einfach und so klar, daß man leben müsse, um glücklich zu sein, und daß mich in der Zukunft viel Glück erwarte. Als wäre unser altes, düsteres Gutshaus von Pokrowskoje plötzlich mit Licht und Leben erfüllt.