Werde ich mit Ihnen mitgehen dürfen? fragte ich nach einer kurzen Pause.

Dürfen werden Sie schon, aber ich rate Ihnen, gehen Sie lieber nicht mit. Warum sollen Sie Ihr Leben aufs Spiel setzen? ...

Nein, Sie müssen mir schon gestatten, Ihrem Rate nicht zu folgen. Ich habe hier einen ganzen Monat ausgehalten, um endlich die Gelegenheit abzuwarten, ein Gefecht mit anzusehen, und nun wollen Sie, daß ich sie vorübergehen lasse.

Bitte, kommen Sie mit; aber, wahrhaftig, ist es nicht gescheiter, Sie bleiben hier? Sie könnten hier abwarten, bis wir wiederkommen, Sie könnten jagen, und wir werden mit Gott ausrücken. Das wäre prächtig! – sagte er in so überzeugendem Tone, daß es mir im ersten Augenblick wirklich so vorkam, als wäre das herrlich; dann sagte ich entschlossen, daß ich um keinen Preis zurückbleibe.

Und was wollen Sie denn dort sehen? fuhr der Kapitän fort mir zuzureden. Sie möchten gern wissen, wie es in einer Schlacht zugeht? Lesen Sie Michajlowskij-Danilewskijs »Beschreibung des Kriegs«, ein wundervolles Buch! Da ist alles ausführlich beschrieben: wo die einzelnen Korps gestanden haben, wie die Schlachten vor sich gehen.

O nein, das interessiert mich nicht, antwortete ich.

Nun was denn: Sie wollen also, wie es scheint, einfach mit ansehen, wie man Menschen totschlägt? ... Da war hier im Jahre 32 auch so ein Civilist, ein Spanier war es, glaube ich. Zwei Feldzüge hat er mit uns mitgemacht, in seinem blauen Mäntelchen – schließlich haben sie den Burschen abgemurkst. Hier, Väterchen, wird kein Mensch dich viel bewundern ...

So peinlich es mir auch war, daß der Kapitän meine Absicht in so häßlichem Sinne auslegte, gab ich mir doch keine Mühe, ihm eine andere Überzeugung beizubringen.

War er tapfer? fragte ich ihn.

Das weiß Gott: er war immer in den ersten Reihen; wo man Gewehrknattern hörte, sah man ihn.