Auch der Kapitän kam herangeritten. Er betrachtete den Verwundeten unverwandt, und in seinen stets gleichmütig-kühlen Zügen prägte sich aufrichtiges Mitleid aus.

Nun, mein teurer Anatolij Iwanytsch, sagte er mit einer Stimme, die von so zärtlicher Teilnahme erfüllt war, wie ich es nie von ihm erwartet hätte. Gott hat es offenbar so gewollt.

Der Verwundete sah sich um; sein bleiches Gesicht belebte ein trauriges Lächeln.

Ja, ich habe Ihnen nicht gefolgt.

Sagen Sie lieber, Gott hat es so gewollt, wiederholte der Kapitän.

Der Arzt war gekommen, er nahm von dem Feldscher die Binden, die Sonde und was er sonst noch brauchte, streifte die Ärmel auf und trat mit einem ermunternden Lächeln an den Verwundeten heran.

Nun, auch Ihnen haben sie, wie es scheint, ein Loch an einer heilen Stelle gemacht? sagte er in scherzhaft-leichtem Ton. Zeigen Sie mal her.

Der Fähnrich gehorchte; aber in dem Ausdruck, mit dem er den lustigen Arzt ansah, lag Verwunderung und Vorwurf. Der Arzt bemerkte das nicht. Er sondierte die Wunde und besah sie von allen Seiten; der Verwundete aber wurde ungeduldig und schob die Hand des Arztes mit schwerem Stöhnen zurück.

Lassen Sie mich, sagte er mit kaum vernehmbarer Stimme. Es ist ganz gleich, ich sterbe.

Mit diesen Worten fiel er zurück, und fünf Minuten später, als ich an die Gruppe, die sich um ihn gebildet hatte, herantrat und einen Soldaten fragte: »Wie steht's mit dem Fähnrich?« antwortete man mir: »Er geht hinüber.«