Nach einem Kriegsgeschrei und Gewehrknattern von mehreren Minuten kam aus dem Walde ein scheues Pferd hervorgestürzt, und am Saum erschienen Soldaten, die die Gefallenen und Verwundeten heraustrugen; unter den Letzteren war der junge Fähnrich. Zwei Soldaten hielten ihn unter den Arm gestützt. Er war bleich wie ein Tuch, und sein hübsches Köpfchen, auf dem nur ein Schatten jener kriegerischen Begeisterung sichtbar war, die es eine Minute vorher beseelt hatte, war schrecklich zwischen den Schultern eingesunken und hing auf die Brust herab. Auf dem weißen Hemd unter dem aufgeknöpften Rock sah man einen kleinen blutigen Fleck.
Ach, welch ein Jammer, sagte ich unwillkürlich und wandte mich von diesem traurigen Schauspiel ab.
Oh ja, es ist bejammernswert, sagte der alte Soldat, der mit düsterer Miene, den Ellbogen auf das Gewehr gestützt, neben mir stand. Er fürchtet sich vor nichts, wie kann man nur so sein! fügte er hinzu und blickte unverwandt zu dem Verwundeten hinüber. Er ist noch nicht gescheit und hat es büßen müssen.
Fürchtest du dich denn? fragte ich.
Etwa nicht?
XI
Vier Soldaten trugen den Fähnrich auf einer Tragbahre; hinter ihm führte ein Trainsoldat ein hageres, abgetriebenes Pferd, dem zwei grüne Kasten aufgeladen waren, in denen die Werkzeuge des Feldschers aufbewahrt lagen. Man erwartete den Arzt. Die Offiziere kamen zu der Tragbahre herangeritten und gaben sich Mühe, den Verwundeten zu ermuntern, aufzurichten und zu trösten.
Nun, Bruder Alanin, du wirst nicht so bald wieder mit den Castagnetten tanzen können, sagte lächelnd heranreitend Leutnant Rosenkranz.
Er glaubte wahrscheinlich, diese Worte würden den Mut des hübschen Fähnrichs aufrichten; aber soviel man aus dem kalt-traurigen Ausdruck des Blicks des Letzteren sehen konnte, hatten diese Worte die erwartete Wirkung nicht.