Bolchow saß im Zelt auf einem trockenen Filzmantel mit aufgeknöpftem Rock und ohne seine Pelzmütze. Neben ihm brodelte ein Ssamowar und stand eine Trommel mit allerlei Imbiß. In dem Fußboden steckte ein Bajonett mit einem Licht.
Wie? sagte er mit Stolz und ließ seinen Blick über seinen gemütlichen Haushalt schweifen. In der That war es in dem Zelt so hübsch, daß ich beim Thee der Feuchtigkeit, der Dunkelheit und des verwundeten Welentschuk ganz vergaß. Wir kamen in ein Gespräch über Moskau, über Dinge, die in gar keiner Beziehung zum Kriege und zum Kaukasus standen.
Nach einem jener Augenblicke des Schweigens, die bisweilen selbst die belebtesten Unterhaltungen unterbrechen, sah mich Bolchow lächelnd an.
Ich muß glauben, unser Gespräch von heute morgen ist Ihnen sehr sonderbar vorgekommen? sagte er.
Oh nein, warum das? Es schien mir nur, als seien Sie allzu offenherzig. Es giebt eben Dinge, die wir alle wissen, von denen man aber nie sprechen darf.
Warum nicht? Wenn es irgend eine Möglichkeit gäbe, dieses Leben selbst mit dem abgeschmacktesten und ärmlichsten Leben, nur ohne Gefahr und ohne den Dienst, zu vertauschen, ich würde mir's keinen Augenblick überlegen.
Warum gehen Sie nicht nach Rußland? sagte ich.
Warum? wiederholte er. O, wie lange habe ich schon daran gedacht. Ich kann jetzt nicht eher nach Rußland zurück, als bis ich den Wladimirorden, den Annenorden um den Hals und den Majorsrang bekommen, wie ich es erwartete, als ich herging.
Warum aber, wenn Sie sich, wie Sie sagen, für den hiesigen Dienst untauglich fühlen?