Gehen wir nur ... was zauderst du? rief Koselzow zu Wolodja, der die Augenbrauen mit einem Ausdruck des Schmerzes in die Höhe zog und nicht die Kraft hatte, seinen Blick von den Verwundeten abzuwenden. Gehen wir nur!

Wolodja ging mit dem Bruder, sah sich aber immer um und wiederholte unbewußt:

Ach, mein Gott! Ach, mein Gott!

Sie sind gewiß noch nicht lange hier? fragte die Schwester Koselzow, indem sie auf Wolodja wies, der Ach! rufend und seufzend im Zwischengange hinter ihnen schritt.

Er ist soeben erst angekommen.

Die hübsche Schwester sah Wolodja an und brach plötzlich in Thränen aus. »Mein Gott, mein Gott! wann wird das alles ein Ende haben,« sagte sie in verzweifelndem Tone. Sie kamen in den Krankensaal der Offiziere. Marzow lag auf dem Rücken, die sehnigen, bis zu den Ellbogen entblößten Arme über den Kopf lang ausgestreckt, in seinem gelben Gesicht malte sich der Ausdruck eines Menschen, der die Zähne zusammenpreßt, um vor Schmerz nicht zu schreien. Das gesunde Bein, mit einem Strumpfe bekleidet, war unter der Decke hervorgestreckt, und man sah, wie er krampfhaft die Zehen hin- und herbewegte.

Nun, wie geht es Ihnen? fragte die Schwester, indem sie mit ihren dünnen zarten Fingern – an dem einen bemerkte Wolodja einen Ring – seinen etwas kahlen Kopf in die Höhe hob und das Kissen zurechtrückte. Kameraden von Ihnen sind gekommen, Sie zu besuchen.

Natürlich habe ich Schmerzen! sagte er ärgerlich. Lassen Sie's nur, so ist's gut! ... Die Zehen im Strumpfe bewegten sich noch schneller. Guten Tag! Wie heißen Sie? Entschuldigen Sie, sprach er zu Koselzow gewandt ... Ach, ja, Sie müssen verzeihen, – hier vergißt man alles, fuhr er fort, als dieser ihm seinen Namen gesagt hatte. Habe ich nicht mit dir zusammen gewohnt? fügte er hinzu, indem er, ohne jeglichen Ausdruck der Freude, Wolodja fragend ansah.

Das ist mein Bruder, er ist heute von Petersburg gekommen.

Hm! ... Ich habe mir die volle Pension verdient ... sagte er mit gerunzelter Stirn. Ach, was für Schmerzen! ... Ja, es wäre am besten, wenn's bald zu Ende wäre ...