Koselzow ging, ohne auf den Soldaten zu hören, kühn in der Mitte der Straße.
Es waren dieselben Straßen, dasselbe sogar noch häufigere Feuern, dasselbe Stöhnen, Vorübertragen von Verwundeten und dieselben Batterien, Brustwehren und Laufgräben, wie im Frühjahr, da er in Sewastopol gewesen; aber das alles war jetzt noch trauriger und zugleich energischer: es gab noch mehr durchgeschlagene Dächer, Licht in den Fenstern war gar nicht mehr sichtbar, außer in Kuschtschins Hause (dem Lazarett), Frauen sah man gar nicht mehr auf der Straße, auf allem lag nicht mehr der frühere Charakter des Alltäglichen und der Sorglosigkeit, sondern der Stempel einer bangen Erwartung und Müdigkeit.
Aber da ist schon der letzte Laufgraben, da tönt auch die Stimme eines Soldaten vom P.-Regiment, der seinen früheren Hauptmann erkannt hat; da steht auch das dritte Bataillon in der Dunkelheit, an die Wand gelehnt, bisweilen auf einen Augenblick durch Schüsse beleuchtet und seine Gegenwart nur durch gedämpftes Murmeln und das Klirren der Gewehre verratend.
Wo ist der Regimentskommandeur? fragte Koselzow.
In der Blindage, Euer Wohlgeboren, bei den Seeleuten, antwortete ein dienstfertiger Soldat. Bitte, ich werde Sie führen.
Von Laufgraben zu Laufgraben führte der Soldat Koselzow zu einem kleinen Graben in einem Laufgraben. Im Graben saß ein Matrose, der seine Pfeife rauchte; hinter ihm war eine Thür sichtbar, durch deren Spalt Licht schimmerte.
Darf man eintreten?
Werde Sie sogleich melden! und der Soldat trat zur Thür ein.
Drinnen sprachen zwei Stimmen.