Wie, ist er besinnungslos? fragen wir die Frau, die hinter uns geht und uns, wie Verwandte, freundlich ansieht.
Noch nicht, er hört, befindet sich aber sehr schlecht, fügt sie flüsternd hinzu, ich habe ihm heute Thee zu trinken gegeben; obwohl er mir fremd ist, so muß man doch Mitleiden haben, – er hat fast gar nicht mehr getrunken.
Wie fühlst du dich? fragen wir ihn.
Der Verwundete bewegt auf unsere Frage die Pupillen, aber er sieht und versteht uns nicht.
Im Herzen brennt's.
Ein wenig weiter sehen wir einen alten Soldaten, der die Wäsche wechselt. Sein Gesicht und Körper sind ziegelfarbig und mager wie bei einem Skelett. Der eine Arm fehlt ihm gänzlich, er ist ihm an der Schulter abgenommen worden. Er sitzt gefaßt da, – er befindet sich auf dem Wege der Besserung; aber an dem toten, trüben Auge, an der schrecklichen Magerkeit und den Runzeln des Gesichts erkennen wir, daß dieses Wesen schon den größeren Teil seines Lebens durchlitten hat.
Auf der anderen Seite sehen wir auf einer Pritsche ein leidendes, bleiches und zartes Frauengesicht, auf dessen Wangen flammende Röte spielt.
Das ist unsere Matrosenfrau, am 5. hat sie eine Bombe am Bein getroffen, sagt uns unsere Führerin, sie brachte ihrem Manne Essen auf die Bastion.
Hat man sie amputiert?
Sie ist über'm Knie amputiert worden.