Kurz vor Ende des Mittagessens kam ein alter Batterieschreiber ins Zimmer mit drei versiegelten Briefen und übergab sie dem Batteriekommandeur.
Das hier ist sehr dringlich, soeben hat es ein Kosak vom Oberbefehlshaber der Artillerie überbracht.
Alle Offiziere blickten mit ungeduldiger Erwartung auf die in solchen Dingen geübten Finger des Batteriekommandeurs, die das Siegel erbrachen und das »sehr dringliche« Schriftstück herauszogen. »Was kann das wohl sein?« stellte sich jeder die Frage. Es konnte der Befehl zum Ausmarsch aus Sewastopol sein, um auszuruhen, es konnte aber auch die Beorderung der ganzen Batterie auf die Bastionen sein.
Wieder! sprach der Batteriekommandeur und warf zornig das Papier auf den Tisch.
Was enthält es, Apollon Ssergjeewitsch? fragte der älteste Offizier.
Man verlangt einen Offizier mit Bedienungsmannschaft für eine Mörserbatterie ... Ich habe im ganzen nicht mehr als vier Offiziere, und meine Bedienungsmannschaft ist nicht vollzählig, brummte der Batteriekommandeur, und da verlangt man noch das! Aber einer muß gehen, meine Herren, rief er nach einem kurzen Schweigen. Der Befehl lautet, um sieben Uhr auf der Schanze sein ... Den Feldwebel herschicken! Wer geht, meine Herren? entscheiden Sie, wiederholte er.
Nun, Sie sind ja noch nirgends gewesen, sagte Tschernowizkij auf Wolodja zeigend.
Der Batteriekommandeur antwortete nichts.
Ja, ich gehe gern, sagte Wolodja und fühlte, wie ihm kalter Schweiß auf dem Rücken und am Halse hervortrat.
Nein, weshalb! fiel der Kapitän ein. Natürlich wird sich niemand weigern, aber es ist kein Grund, sich selbst anzubieten; da es uns Apollon Ssergjeewitsch freistellt, so wollen wir losen, wie wir es damals gethan haben.