Überall rauchte und brodelte es. Die Luft war unnatürlich warm und mit Schwefeldämpfen geschwängert. Unmengen von Vögeln, besonders die riesigen Albatrosse, nisteten auf der Insel und umschwirrten die Ankömmlinge. Kein Baum, kein Strauch gedieh auf der Insel. Das warme Wasser war ein Tummelplatz der Haie; zu Hunderten umkreisten sie das Schiff. Wir, deren Besitztum ja auch nicht mehr viel ausgebreiteter war, als das der Fische und Vögel, erhofften andere Glücksgüter auf der Insel zu finden, als bloß Wärme. Vor dem inneren Rand des Kraters befand sich ein Wellblechschuppen, das Proviantmagazin. Das Schiffsboot wurde ins Wasser gelassen. Kircheiß mit vier Mann nahm Kurs auf die Kratereinfahrt. Eine Prozession von Haien folgte dem kleinen Boot, ein ungemütlicher Eindruck für seine Insassen.

Die »Moa« vor Curtis-Island.

Je näher sie der Insel kamen, desto schwerer legten sich die ausströmenden Gase auf die Lungen, und es dauerte geraume Zeit bis sie sich daran gewöhnt hatten. Es war Ebbe und der eingebrochene Kraterrand nur wenig von Wasser überspült. Auf dem Kamm einer Welle setzte das Boot über die Barre ins Innere des Hexenkessels, in welchem brodelnde Blasen das Walten unterirdischer Kräfte verrieten. Ströme heißen, gelben Wassers quollen dampfend aus der Felswand und verloren sich im Spiegel des kreisrunden Kratertrichters. Riesige Lavablöcke umsäumten vom letzten Ausbruch her wild durcheinandergeworfen das Ufer. Umkreischt von Tausenden von Albatrossen und Möwen landeten die Leute an einer Lavaplatte in der Nähe des Proviantschuppens, wo Schwefel fußdick aufgehäuft lag. Der Schuppen wurde geöffnet, Kisten und Wasserkorbflaschen vorgefunden. Die Kisten wurden aufgebrochen und ein Teil der Schätze ins Boot herübergenommen.

»... Der Schuppen wurde geöffnet.«

Während das Boot tiefbeladen zur »Moa« zurückfuhr, blieben zwei Leute drüben, um die zweite Bootslast bereitzuschaffen. Da ein paar Stunden vergingen, bis das Boot zurückkehrte, versuchten die beiden mittlerweile ins Innere vorzudringen. Sie bemerkten aber bald, daß der Platz um die Hütte die einzige gangbare Stelle war; wohin sie den Fuß sonst setzten, brachen sie durch die dünne Kruste in brennendheiße, schwefeldunstdurchzogene Schlammerde ein.

Das beladene Boot war fast eine Stunde unterwegs, es hatte Spritzwasser bekommen, so daß es in beinahe sinkendem Zustand eintraf. Eine Herde von Haien umringte wieder das überlastete Boot als erhoffte Beute. Nun wurde auf »Moa« abgeladen. Stück um Stück flog an Deck. Aus einem Bezug wurde staunend ein neues Segel entrollt, in einer Kiste fand sich allerlei brauchbares Werkgerät. Unmengen von Fleisch, Butter, Schmalz, Speck, Decken, Kleidungsstücken, Schuhzeug, Fischgerät, Arzneimitteln, kurz und gut, alles war da. Man war sich einig darüber, daß die englische Regierung glänzend für ausgeflogene Kriegsgefangene sorgt. Nur die Kleidungsvorräte waren von dem langen Lagern in der feuchten Hitze fast vermodert.