Zweites Kapitel.
Auf der Suche nach einem passenden Beruf.

In Freemantle ging ich viel an Land und bereitete mich zu einem Fluchtplan vor. Geld verdiente ich ja keins. Auch hatte ich mir Australien interessanter vorgestellt, lauter Neger mit Pfeil und Bogen und Palmen dort erwartet. Der Anblick einer kahlen, langreihigen Stadt wie Freemantle enttäuschte mich.

Ich sah auch ein deutsches Schiff dort und hörte, wie gut es die Leute darauf hätten. Es tat mir wohl, mich wieder mit Deutschen unterhalten zu können. Die Landsleute luden mich gelegentlich ins Hotel Royal ein. Dort schüttete ich der Tochter des Hauses mein Herz aus: Ich wäre ein freier Mann und wollte von dem abscheulichen Russen ausreißen, ihr Vater sollte mir helfen.

Der Vater sagte: Ja, ich könnte aber höchstens als Tellerwäscher bleiben.

Ich antwortete, auf dem Schiff hätte ich so vielerlei gemacht und auch das. Ich würde bleiben.

Ich erhielt ½ Schilling am Tag, freie Station und Kleidung.

Deutsche Kameraden halfen mir, meine Seekiste von Bord zu schmuggeln gerade am Tag, bevor die »Niobe« in See ging. Die Flucht gelang. Der russische Kapitän übte sein Recht, mich durch die Polizei suchen zu lassen, nicht aus.

Nun war ich in meinem neuen Beruf. Ich merkte aber bald, daß er nicht für mich war.

Das Seemännische sagte mir doch mehr zu.

Meine Feierabendstunden benutzte ich dazu, die Heilsarmee aufzusuchen. Selten hat mich etwas so überrascht und angezogen, wie ihre Gesänge.