Den Seeleuten gelang es nicht, an Bord zu kommen. Das Boot wurde zertrümmert, die Mannschaft sprang ins Wasser und kletterte an zugeworfenen Tauen an Bord.

Der Kapitän nahm eine Flasche Wutki, preßte sie mir zwischen die Zähne und rief: »Hier sauf, du deutscher Hund.« Am nächsten Tage war ich beim Aufwachen ganz benommen und habe von diesem Schreckenstag noch heute einen leichten Tatterich. Der Kapitän, als er mich am andern Morgen noch in der Koje fand, haute mich heraus mit den Worten: »Ob ich zum Fressen und Schlafen an Bord sei,« obwohl ich kaum aufrecht stehen konnte.

Mir wurde erzählt, als ich über Bord fiel, hätte der Steuermann gerufen: »Freiwillige ins Boot.« Aber der Kapitän hätte mich nicht retten lassen wollen; er hatte das auch nicht nötig, denn nach den Bestimmungen braucht er von sich aus kein Boot auszusetzen, wenn er glaubt, daß dabei andere gefährdet werden. Er hatte mit einer Harpune dagestanden und den Steuermann bedroht: »Wenn du das Boot herunterlässest, stoße ich dir die Harpune in den Bauch.« Aber der hatte sich einfach umgedreht: »Ich habe meine Freiwilligen, stoß zu,« und fuhr ab. Das hatte die Wut des Kapitäns noch gesteigert.

Der Kurs ging um das Kap der Guten Hoffnung, und endlich kamen wir nach Australien. Meine erste Seereise war vollendet. Ein harter Anfang. Aber zurück zur Schule? Nein. Ist man schon ein Lausbub, soll man nicht andern zur Last fallen. Lieber zusehen, was sich eben mit eigener Kraft aus dem Leben machen ließ.


[1] ]Aus der Seemannssprache in Landdeutsch übersetzt: er paddelte mit einem Ruder (Riemen = Ruder), hinten im Boot stehend, durch schraubenähnliche Bewegung.

[2] ]Lohn.

[3] ]D. h.: Wenn du oben in der Takelage arbeitest, halte dich immer mit der einen Hand fest.

[4] ]Seemännischer Ausdruck für Abstürzen.