»... Es war, als ob der Teufel auf ›Pinmore‹ wäre.«
Es war, als ob der Teufel auf dem Schiffe wäre. Kein Schiff, das wir um Proviant hätten bitten können, begegnete uns auf dieser Fahrt. Keine der Regenböen, die wir in der Ferne vorüberziehen sahen, senkte sich auf uns nieder, um Wasser zu spenden. Als wir vor England auf der Höhe der Scillys waren, wurde die letzte Portion Erbsen ausgegeben, und als im Sankt Georgskanal der Schlepper kam, schrien wir alle: »Wasser, Wasser!« Wenn man jetzt auch so viel trank, daß man sich übergeben mußte, der Durst war nicht im mindesten gelöscht, so ausgedörrt war der Körper. So verließ ich die »Pinmore«; unter welch eigentümlichen Umständen ich sie als Pirat wieder betreten sollte, werde ich später erzählen.
Nach vierzehntägigem Lazarettaufenthalt ging es per Bahn nach Grimsby, von da mit einem Wochendampfer nach Hamburg. Ich hatte gut verdient und an die tausend Mark Erspartes mitgebracht. Die ließ ich mir in Silber einwechseln, um recht viel zu haben.
Stolz schlenderte ich als Vollmatrose durch die Stadt. Es war Dezember, die Zeit des Hamburger »Doms«, an welchem Volksbelustigungen aller Art stattfinden.
Da war auch Lipstulian, der Ringkämpfer, 50 Mark waren ausgesetzt, für den, welcher ihn würfe.
Die Kameraden sagten: »Mensch, das laß dir doch nicht zweimal sagen, du schmeißt doch den Kerl.«
»Das mache ich nicht,« meinte ich, »wir sind doch in Hamburg.«
Aber Lipstulian rief: »Mensch, bring di en Büdel (Beutel) mit, dat du din Knoken da drin wedder nah Hus nehmen kannst.«
Diese Äußerung fasse ich doch als Beleidigung auf und steige aufs Podium. Der Ausschreier ruft: »Hereinspaziert, meine Herrschaften, das Opfer hat sich gefunden.« Lipstulian läuft wie ein Stier auf und ab.
Meinen Geldbeutel hatte ich unserem Segelmacher zur Aufbewahrung gegeben.