»... nahmen wir unsern Abschied aus der Armee und halfen bei einem Bahnbau im Innern Mexikos Sand fahren.«
Die Bummelei durch Mexiko endete zuletzt damit, daß wir uns in Veracruz auf einem Petroleumdampfer anheuern ließen. In Havanna musterte ich ab und kam auf einen Norweger. Da ging es wieder die alte »Trip« Neuyork-Australien. Mein Leben hat mich immer wieder nach Australien geführt. Dann fuhren wir weiter nach Honolulu, Vancouver und von dort mit Holz nach Liverpool. Auf dieser Reise habe ich gut Norwegisch gelernt, ohne zu ahnen, wozu ich es später einmal nötig gebrauchen würde. Auf meinem ersten Schiff, der »Niobe«, hatte ich außer Russisch und Finnisch erst etwas Schwedisch gelernt.
Von Liverpool kam ich nach Hamburg. Dort verkehrte ich bei Mutter Schroth, in einer alten Stammwirtschaft. Es gab darin nur drei, vier Tische, sonst wurde das Bier stehend an der Bar getrunken. Die Schroth, eine richtige alte Seemannsmutter, sorgte in ihrer Art rührend für uns, klagte aber viel über Asthma, denn sie war etwas umfänglich geworden. Sie wollte gern einmal in ein Bad fahren. Da machte ich ihr mit meinem besten Schiffsmaaten Uhlhorn den Vorschlag, sie sollte ruhig fortgehen, wir würden die Wirtschaft schon übernehmen.
»Könnt ihr das denn auch?« fragte sie.
»Ja, aber gewiß, Mutter Schroth.«
Das Geschäft war auch ganz einfach zu handhaben, denn es gab ja nur Bier aus Flaschen. Das Essen wurde aus einer Speiseanstalt gebracht, gleich warm in Eimern, zwei Portionen für eine Mark zwanzig. Man hatte nur um die Gäste zu sein und zu sorgen, daß sie Bier tranken, indem man ihnen dabei Gesellschaft leistete. Abends kam ein blinder Handharmonikaspieler und brachte Stimmung in die Gäste. Hinten war ein kleiner Verschlag mit einem Sofa und einem Petroleumofen, auf dem man Grog brauen konnte. Dort schlief Mutter Schroth.
»Uhlhorn & Phylax« hieß die Wirtschaft, »in Vertretung von Mutter Schroth.«