Auf »Kronprinz«.
Mein erstes Schiff war die »Preußen«, da war ein wirklich bedeutender Mann erster Offizier, der Korvettenkapitän v. Bülow, der sich meiner annahm. Durch sein erweckendes Interesse arbeitete ich mich wunderbar ein. Ich lernte alle die »Rollen« aufbauen, die es gab, Reinschiff, Bootsrolle, Klar Schiff zum Gefecht usw., die Flut- und Lenzeinrichtung: kurz alles, was dazu gehört, holte ich in Bälde nach. Die Hauptsache ist der resolute Entschluß, der bei vielen Menschen fehlt. Die Kritik macht es nicht. Man muß nur die Richtung haben, wohin man will, den freien Willen darauf lenken und nicht fragen, ob es so oder anders kommen könnte. Das habe ich immer empfunden, auch als ich später auf meinem »Seeadler« war.
Mein Jahr Probedienstleistung war um, und vom Kabinett wurde Bericht eingefordert. Darauf teilte man mir mit, daß ich drei Jahre vorpatentiert wäre, und so lauteten die gnädigen kaiserlichen Worte: »Bei weiterer günstiger Berichterstattung über den genannten Offizier behalte Ich Mir vor, sein Dienstalter abermals zu erhöhen.«
Auf »Kronprinz«.
Als die endgültige Aktivierung gekommen war, hatte ich doch das Gefühl: jetzt bist du nicht mehr abhängig von der Reederei, vom Inspektor, der einen einfach an die Luft setzen kann. Der »olle Seemann« war abgetan. Jetzt durfte man nicht mehr mit dem Löffel einhauen. Die »Gesellschaft« lag nicht mehr in unerreichbarer Ferne. Man fühlte, wie man gewandter wurde und fand sich in die neue Rolle. Die Kieler Woche ward mitgemacht und mancher sportliche Preis dabei geholt. Je mehr ich aber so hineinkam, um so mehr sproßte auch die Sehnsucht nach dem Vergangenen wieder im Stillen. Nachdem ich mein Steuermannsexamen gemacht hatte, war mein Fuß ja auf kein Segelschiff mehr gekommen. Aber die heimliche Liebe verließ mich nicht. Auf der »Preußen« habe ich meinen ersten Rückfall gehabt und in meiner freien Zeit das Modell eines Segelschiffes geschnitzt.
Jetzt wurde ich Wachoffizier. Das ist der wichtigste Posten für einen jungen Marineoffizier, wo er selbständig Wache gehen, das Schiff im Verbande führen muß usw. Ich hatte anfangs einige Schwierigkeiten mit den Leuten, die mir den Aufstieg nicht gönnten und äußerst mißtrauisch aufpaßten, wie ich meine Sache machte. Endlich kam meine Beförderung zum Oberleutnant heraus, und ich trat meinen ersten Urlaub an.
Ich fuhr wie üblich nach Hamburg.