Dort sitze ich mit einem Bekannten zusammen, der eine Reederei hatte, und sage zu ihm: »Ich möchte doch einmal wieder an Bord eines Segelschiffes. Wie ich heute durch den Hafen fuhr, merkte ich, wie man an den Schiffen hängt. Ich denke an den Feierabend an Bord, wo man die Handharmonika hörte, wenn die Sonne unterging, und hatte Heimweh nach meinen schönsten Stunden.«

Er sagte: »Du bist wohl verrückt. Jeder strebt doch vorwärts. Man denkt wohl gern an die Zeiten, die man erlebt hat. Aber das habe ich doch nie gesehen, daß ein Diplomingenieur wieder Sehnsucht hat, am Amboß zu stehen.«

Dann war er aber einverstanden, mich wieder auf ein Segelschiff zu bringen.

Wenn ein Segelschiff in den Hafen kommt, wird es gelöscht, die Leute mustern ab. Wird es neu beladen, so mustert man die Mannschaft allmählich wieder an. Die einzelnen werden zunächst vorgemustert, und erst wenn eine ganze Mannschaft beisammen ist, werden sie alle auf einmal vom Seeamt angemustert. Ich ließ mir also von meinem Bekannten einen Vormusterungsschein geben für das Schiff »Hannah«, ging in ein Ausrüstungsgeschäft für Seeleute und kaufte mir Arbeitshose und Hemd, Matratze und Decke. Letzteres lasse ich an Bord schicken. Das Zeug und eine blauweiße Bluse, wie die Seeleute sie tragen, ferner eine Mütze nehme ich persönlich mit, packe alles in meinem Hotel in die Handtasche um und lasse mir eine Droschke kommen. Ich sage dem Kutscher, er solle mich nach der Rosenbrücke fahren, nach dem Baumwall. Während der Fahrt ziehe ich meine Uniform aus, die Arbeitshose an, binde den Riemen um den Leib und packe die Uniform in die Handtasche und schließe sie ab.

Wir kommen am Ziel an, ich steige aus.

Der Kutscher macht große Augen: »Wat is denn dat? Sind Se de Seeoffizier, de mit mi von Hotel Atlantic kamen is?«

»Jawohl.«

»Se, Se! Wat wüllt Se don? Se wüllt sik afsupen (ertränken) hier! So’n junges Leben! Don Se mi dat nich an! Warom hewwt Se sik anner Tüg antrokken? Se wüllt sik unkenntlich moken.«

Ich versuche ihn zu beruhigen und sage, ich hätte hier etwas zu besorgen. Aber er ließ sich nicht begütigen: »Ne, Se wüllt sik afsupen. Seggn Se mi doch, wat Se hebben, Se bruk sik doch nich glik Ehr junges Leben to nehmen!«

Ich sagte ihm, er sollte ruhig meine Tasche nach dem Hotel zurückfahren, ich gäbe ihm das Doppelte, was die Fahrt kosten sollte.