Aber wie sollte ich nun auf ein Segelschiff kommen? Denn wider mein Erwarten lagen diese nicht am Kai, sondern draußen an Pfählen.

Ich erfuhr, in dem Häuschen dort am Landungssteg säße ein Jollenführer, der würde mich rüberbringen. Ich sehe durch die Scheiben in das enge, gemütliche Innere der Bude und gewahre ein altes Seemannsgesicht. Der Alte fragt: »Wat willst, Jung?«

»Ich will auf ein Segelschiff.«

Ich trat zu ihm ein; er trank seinen Kaffee zu Ende, danach gingen wir zum Boot, und er brachte mich hinüber. Er wriggte mit einem Riemen[1]; ich war sprachlos über diese Rudertechnik. So kamen wir längsseit irgendeines Schiffes, das er mir auf meine Bitte erklärte. Da sah ich die hohen Masten aus der Nähe und hatte einige Furcht, daß man da hinauf müßte. Indessen beruhigten mich die Taue und Rahen, denn ich dachte, das wär eine Art Rouleausystem, das man gemächlich von Deck aus auf- und niederzieht. Zweifelnd wagte ich die Frage: »Müssen da Menschen hinauf?« »Aber natürlich,« sagte mein Führer, »möt de Minschen da herop, un ganz boben, da hürt de Schipjung hen. In Hobn (Hafen) is dat nich slimm, aber wenn dat Schip op See is un hen un her kullert un stampen deit, denn denkst du wat anners.«

»... un ganz boben, da hürt de Schipjung hen.«

Da fühlte ich doch einen gewissen Block auf dem Herzen sitzen.

Alles wurde mir erklärt; durch die hohen Masten hatte ich trotzdem etwas die Begeisterung verloren.

Als wir wieder an Land kamen, schüttete ich dem Alten mein Herz aus. Da sagte er mir: »Min Jung, lot dat no (laß das nach)! Ik fohr all fiefuntwinting Johr na See to un bün nich wider kamen, wie as Kaptein op min lüttje Joll. Wat is denn din Vadder?«