Das Schiff war fertig. Da verschwindet es in einer stockdunklen Novembernacht von der Weser und legt sich still draußen in der Nordsee vor Anker. Zu gleicher Zeit sammle ich meine Leute in Wilhelmshaven in dem entlegensten Punkt des Hafens selbst. Bei dem Schein einer spärlich brennenden Laterne prüfe ich an Hand der Papiere, ob alle meine Leute da sind. Alle sind sie zur Stelle. In den kleinen Dampfer, der am Kai liegt, steigen wir ein, und hinaus geht’s, die Jade abwärts. Keiner von meinen Jungs wußte, wohin und wofür. Anfangs vermuten sie, daß es nach Helgoland geht. Wir passieren Helgoland. Die Dünung der Nordsee rollt uns entgegen. Der kleine Dampfer stampft. Die Jungs fragen sich untereinander. »Wo geit dat hen, wo seilt wi hen?« Keine Antwort.

Da plötzlich taucht aus der Dunkelheit ein Segelschiff vor Anker auf.

»Halloh, wat för’n Schip?«

An den fachmännischen Bezeichnungen der Takelage erkennen sie, daß sie alle segelschiffsbefahrene Leute sind. Die Sache scheint ihnen rätselhaft. Als der Dampfer Kurs auf den Segler nimmt, erraten sie, daß sie die Besatzung dafür sind. Schnell entern sie auf und auf allen Mienen sieht man die neugierige Frage. »Wat sall dat?«

Sie kommen an Deck. Keine Geschütze sind zu sehen, statt dessen aber ein großer Motor unten im Schiff.

»Wat is denn hier los?«

Ein Teil der Mannschaft geht nach unten. Dort entdecken sie ihre schönen Wohnräume. Für die Unterbringung der Leute war besonders gesorgt, da man ihnen auf Jahre hinaus die Heimat ersetzen mußte. Keine Hängematten, sondern Kojen, besondere Meßräume für die seemännischen und technischen Unteroffiziere. Der andere Teil der Ankömmlinge ging nach vorn, wo ihnen ihre Wohnräume angewiesen waren. Fix und fertig finden sie ihre Kojen. Erstaunt bleibt jeder vor der seinigen stehen und wird nicht klug, was das alles zu bedeuten hat. Norwegische Landschaften, norwegische Mädchen, die Wände mit norwegischen Flaggen bemalt. Außerdem findet jeder eine volle Seekiste mit Zivilzeug, was bisher wohl noch keinem Seemann begegnet war.

»Mensch, alles norwegisch. Taler du norsk??«

»Ja!«

»Du auch?«