Wir kommen zum Hotel. Dort hole ich meinen Ausweis vor. Er zeigt mir den Steckbrief: »englisches Aussehen, kaffeebrauner Mantel, Mütze, Pfeife«. Ich sage: »Unter welchem Namen geht denn der Gesuchte?«

»Unter dem Namen Baurat von Eckmann.«

»Aber das bin ja ich!«

»Na, Sie haben doch eben gesagt, Sie wären Graf Luckner?«

Die Reihe, wütend zu werden, war an ihm, während ich mich sehr erleichtert fühlte und ihn auf die Möglichkeit hinwies, an den Admiralstab zu telefonieren.

Nun galt es, für unsere »Maletta« auch einen Namen zu finden, unter dem sie als Kriegsschiff fahren sollte. Mir wurde die Gnade zuteil, dem Schiff selbst den Namen zu geben. Der machte das meiste Kopfzerbrechen! Ich wollte es erst »Albatros« nennen, weil die Albatrosse mich gerettet hatten, damals, als ich in den Wellen lag. Aber es gab schon einen Minenleger dieses Namens, der an der schwedischen Küste aufgelaufen war. Dann war ich für »Seeteufel«, aber meine Offiziere meinten, es müßte etwas von den weißen, rauschenden Segeln hinein, und so wurde unser Kreuzer »Seeadler« getauft.

Das Schulschiff war gebaut, die Papiere in Ordnung, die Probefahrt auf der Weser gelungen. Nun wurde die Mannschaft vom Urlaub zurückgerufen. Was hatte ich für eine prächtige Besatzung! Der I. Offizier Kling hatte die Filchner-Expedition mitgemacht und verfügte über reiche Erfahrungen. Der Prisenoffizier war ein früherer Mit-Einjähriger von 1,92 Meter Höhe, dem ich zufällig auf einem Dock begegnete. Auf meine Frage: »Willst du mit?« meinte er: »Ist es ein Himmelfahrtskommando?« »Ja!« »Da mache ich mit. Pries heiße ich und Prisen brauchst du, da bin ich doch der Richtige.« Mein Artillerie- und Navigationsoffizier war Leutnant d. R. Kircheiß, ein kluger Kopf und Navigateur ersten Ranges; mein Steuermann Lüdemann, ebenso der Bootsmann, der Zimmermann und der Koch, die drei Pole des Segelschiffes, alterfahrene Leute. Der leitende Ingenieur Krause und sein Personal waren selten hervorragende Menschen. Mit der Mannschaft konnte man, was Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit betrifft, gegen zehnfache Übermacht kämpfen. Es waren alles brave, biedere Seeleute, die ihr Leben jederzeit in die Schanze schlugen, wenn es ihr geliebtes Vaterland galt.

»... Der leitende Ingenieur Krause und sein Personal waren selten hervorragende Menschen.«