Geheftet 2 Mark, gebunden 3 Mark

Königsberger Hartungsche Zeitung: Die Gräfin zu Reventlow schickt ein Geisteskind auf den Büchermarkt, in dessen krausem Sinn tolle Jugendlust, diskrete Pikanterie und fein pointierter Spott um die Vorherrschaft streiten. In diesem köstlichen Büchlein ist, von der ersten bis zur letzten Seite – man denke! – nur von Amouren die Rede, von der Liebe als »flüchtiger Minnehandel oder als seriöse Dauersache«, von den galanten Abenteuern einer Grande dame, vom verschwiegenen Schäferstündchen mit wechselndem Schauplatz und wechselvollem Spiel. »Von Paul zu Pedro« – eine ganze Welt von Gefühlsnüancen umschließen diese beiden Begriffe; sie sind gleichsam eine goldene Leiter, auf deren einzelnen Sprossen ein Ritter, als Repräsentant eines Männertyps, winkend oder warnend, steht. Das ist es, was dem Buche sein Plätzchen in der Literatur anweisen dürfte und es vor dem Geschick der belletristischen Eintagsfliegen bewahrt. Es sind weniger die Bekenntnisse einer schönen Seele, die in diesen Frauenbriefen niedergelegt sind, als ein Capriccio der irdischen Liebe, immer amüsant, immer treffsicher und mit erstaunlichem Feingefühl für das notwendige Einsetzen der Fermate … Nur wer leichten, tänzelnden und sicheren Schrittes durch die verschlungenen Pfade des Irrgartens der Liebe zu wandeln vermag, der nehme dieses Büchlein zur Hand: »unsres Fühlens Heut und Gestern«.

Albert Langen, München


Umschlag und Einbandzeichnung von Alphons Woelfle
Druck von Hesse & Becker in Leipzig
Papier von Bohnenberger & Cie., Papierfabrik,
Niefern bei Pforzheim
Einbände von E. A. Enders, Großbuchbinderei, Leipzig


Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.

Korrekturen:

S. 38: sollte → sollten
Sie [sollten] eigentlich immer einen grünen Frosch